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INDEX

Steckbrief

Reiseziel Brasilien

Landeskunde Brasilien

(Glossar)

 


STECKBRIEF

Fläche

8.511.965 km² (entspricht 47% der Fläche des südamerikanischen Kontinents)

Einwohner

198,7 Millionen (Juli 2009)

Hauptstadt

Brasília (2,3 Millionen Einwohner 2007) (größte Stadt ist Sao Paulo mit 19,2 Millionen Einwohnern 2007)

Amtssprache

Portugiesisch in brasilianischer Variante

BIP je Einwohner (kaufkraftbereinigt)

10.100 US$ (2008)

Bevölkerungswachstum

1,2 % pro Jahr (2009)

Lebenserwartung

72 Jahre (Männer: 68,4 Jahre, Frauen: 75,7 Jahre) (2009)

Säuglingssterblichkeit

22,6 pro 1 000 Lebendgeburten (2009)

Analphabetenrate

11,4% (2004)

 


REISEZIEL BRASILIEN

Tourismus

Der Fremdenverkehr spielt eine zunehmend wichtige Rolle für Brasilien. Massen- und Individualtouristen lockt das größte zusammenhängende Regenwaldgebiet der Erde genauso an, wie die weitläufigen feinsandigen Strände des Landes. Der berühmteste Strand ist die 360 Hektar große Copacabana in Rio de Janeiro. In Rio setzt die Stadtverwaltung seit 1997 einen Strategieplan um, der die touristische Infrastruktur der Stadt weiter verbessern und Rio als Reiseziel noch beliebter machen soll. Laut UNWTO wurden im Jahr 2004 rund 2,6 Milliarden Euro bei rund 4,8 Millionen Gästen im Tourismus umgesetzt.


 

Kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus

Der expandierende Tourismus hat zusammen mit anderen Faktoren zu einem Ausbau der Vergnügungsinfrastruktur geführt. Damit einher ging eine Zunahme von Prostitution und Menschenhandel. Die Prostitution wird durch die Verarmung großer Bevölkerungsteile noch begünstigt: Jeden Tag werden neue Kinder in die Prostitution getrieben, um mit ihrem Verdienst zum wirtschaftlichen Überleben ihrer Familien beizutragen. Auch Straßenkinder sind von Entführung und anschließender kommerzieller sexueller Ausbeutung besonders bedroht. Manche fallen in ihrer Not auf die Versprechungen der Menschenhändler herein, die ihnen vermeintlich gut bezahlte Jobs anbieten. Während der letzten Jahre ist die Zahl der Mädchen und Jungen, die in die sexuelle Ausbeutung gezwungen werden, in den Städten merklich angestiegen.

 

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hat die Regierung in den Städten spezielle Kommissionen zur Bekämpfung der kommerziellen sexuellen Ausbeutung von Kindern eingesetzt. 1998 gab die Regierung 1,7 Millionen US-Dollar für die Rehabilitation von 10 000 minderjährigen Prostituierten aus, die auf diese Weise von der Straße ferngehalten werden sollten. Außerdem wurde 1997 eine Telefon-Hotline eingerichtet, bei der man die sexuelle Ausbeutung von Kindern melden kann. Kindesmissbrauch wird in Brasilien mit Gefängnisstrafen geahndet. Brasilien hat außerdem am 25. September 1990 die UN Konvention über die Rechte des Kindes ratifiziert und sich verpflichtet, Kinder vor allen Formen sexueller Ausbeutung und sexuellen Missbrauchs zu schützen.


 

HIV/ Aids

Nach Schätzungen von UNAIDS und der World Health Organization waren im Jahr 2007 in Brasilien 730.000 Menschen mit HIV infiziert, darunter waren 240.000 Frauen. Von 2001 auf 2007 hat sich die Zahl der Infizierten um 90.000 erhöht. Wieviele Kinder mit HIV infiziert sind, konnte nicht geschätzt werden. Im Jahr 2007 sind 15.000 Brasilianer an den Folgen von HIV gestorben.


 

Kontakte vor Ort

 

Agência de Notícias dos Direitos da Infância (ANDI)

(News Agency for Children's Rights - Brazil)

SDS Ed. Boulevard Center - Bloco A

Sala 101

Brasília-DF, 70.391-900, Brazil

Phone: +55 61 322 6508

Fax: +55 61 322 4973

Email: andi@andi.org.br

Website: http://www.andi.org.br (in Portugese)

Main contact person(s): Camila Melo Oliveiro (camila@andi.org.br)

 

CECRIA

Av. W/3 Norte Quadra 506 Bloco "C" Mezanino, Lojas 21 e 25

Brasília/DF

CEP: 70.740-503

Phone: +55 061 274 66 32

Fax: +55 061 340 87 08

Email: cecria@cecria.org.br

Website: http://www.cecria.org.br

 

Brazilian Human Rights Centre

(CENTRO DE DEFESA, GARANTIA E PROMOCAO DE DIREITOS HUMANOS )

Ladeira de Santa Teresa 18

20241-140 Rio de Janeiro, Brazil

Phone: +55 21 232 1504 or +55 21 252 4458

Fax: +55 21 252 0961

Email: ibisslegal@ax.apc.org

 

Christian Children's Fund - Brazil

Rua Curitiba, 689 - 6o andar

Belo Horizonte MG, Brazil

Phone: +55 31 271 3115

Fax: +55 31 212 6957

Email: ibiss@ibiss.com.br

 


LANDESKUNDE BRASILIEN

Staat und Gesellschaft

Die Föderative Republik Brasilien ist das fünftgrößte Land der Erde. Staatsoberhaupt und Regierungschef ist der Staatspräsident – dieses Amt bekeleidet seit Januar 2003 Luiz Inácio Lula da Silva. Die Legislative wird vom Nationalkongress vertreten, der sich in Abgeordnetenhaus und Senat gliedert.

 

Brasilien ist ein Land der sozialen Gegensätze. In kaum einem Land ist die Kluft zwischen den vielen Armen und den wenigen Reichen größer als in Brasilien. Etwa 18% der Bevölkerung lebt am Rande oder unterhalb der Armutsgrenze. Die damit verbundene Chancenlosigkeit hat zu einem stärkeren Drogen- und Alkoholmissbrauch und zur weiteren Kriminalisierung des Alltags geführt; bewaffnete Raubüberfälle, auch gegen Touristen, und Vergewaltigungen stehen auf der Tagesordnung. Auch Gewalt in der eigenen Familie gehört zu den Grunderfahrungen vieler Kinder. Die wirtschaftliche Misere dient dabei häufig als Entschuldigung für diese Missstände.

 

Die Verschmelzung afrikanischer, indigener und europäischer, besonders portugiesischer, Traditionen trägt zur kulturellen Vielfalt Brasiliens bei. Die Bevölkerung ist ethnisch stark differenziert: etwa 55% sind europäischer Abstammung, rund 40 Prozent Mulatten, Caboclos (aus Verbindungen zwischen Weißen und Indianern) und Cafusos (aus Verbindungen zwischen Indianern und Schwarzen), fünf Prozent sind Schwarze. Die Zahl der indigenen Einwohner wird auf 350 000 geschätzt.

Über 80% der Brasilianer sind Katholiken. Zunehmend gibt es protestantische Gruppen und Sekten, verbreitet sind auch synkretistisch-animistische Kulte.


 

Wirtschaft

Brasilien ist das wirtschaftlich bedeutendste Land Lateinamerikas und gehört zu den am stärksten industrialisierten Ländern der Region. Ressourcen wie Bodenschätze, Wasserkraft und Arbeitskräfte sind reichlich vorhanden. Auch für die Landwirtschaft herrschen gute Bedingungen: Das Land ist der weltgrößte Produzent von Kaffee, Zuckerrohr und Orangen sowie der zweitgrößte Hersteller von Sojabohnen, Mais, Rindfleisch und Geflügel.

Trotz der guten wirtschaftlichen Grundvoraussetzungen sanken die Löhne in den Jahren 2001-2003 und das Land erfuhr mit durchschnittlich 1,1% nur ein geringes Wachstum. Zurückzuführen ist dies auf internationale und hausgemachte Wirtschaftskrisen, die Brasilien in dieser Zeit auszuhalten hatte. Dass es zu keinem vollständigen finanziellen Zusammenbruch kam, ist unter anderem dem Wirtschaftsprogramm des früheren Präsidenten Cardoso zu verdanken, das als einen Hauptpunkt freie, sich an Inflationsziele orientierende Wechselkurse einführte, aber auch die Privatisierung vorantrieb.

 

Mit einer Agrarreform bemüht sich die Regierung, die wirtschaftliche Lage der Landbevölkerung zu verbessern. Diese Bestrebungen werden durch eine Politik für den ländlichen Raum ergänzt. Der in Gang gebrachte wirtschaftliche Reformprozess konnte zum Abbau der Staatsverschuldung und der Arbeitslosigkeit beitragen und soll nun das Wirtschaftswachstum sichern.


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