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INDEX

Steckbrief

Reiseziel Venezuela

Landeskunde Venezuela

(Glossar)

 


STECKBRIEF

Fläche

912 050 Quadratkilometer

Einwohner

26,81 Millionen (2009)

Hauptstadt

Caracas (2,8 Millionen Einwohner 2006)

Amtssprache

Spanisch

BIP je Einwohner (kaufkraftbereinigt)

13.500 US$ (2008)

Bevölkerungswachstum

1,5% (2009)

Lebenserwartung

73,6 Jahre (Männer: 70,5 Jahre, Frauen: 76,8 Jahre) (2009)

Säuglingssterblichkeit

21,5 pro 1 000 Lebendgeburten (2009)

Analphabetenrate

7% (2003)


REISEZIEL VENEZUELA

Tourismus

Dichte Urwälder, Karibikstrände, Orinokostrom und Anden bieten dem Touristen landschaftliche Vielfalt. Der Tourismus spielt als Devisenquelle eine wichtige Rolle für Venezuela. Laut UNWTO wurden im Jahr 2004 rund 387 Millionen Euro bei rund 492 000 Gästen im Tourismus umgesetzt.


 

Kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus

Tourismus hat zusammen mit anderen Faktoren zu einem Ausbau der Vergnügungsinfrastruktur geführt. Damit einher ging eine Zunahme von Prostitution und Menschenhandel. Die Prostitution wird durch die herrschende wirtschaftliche Not weiter Teile der Bevölkerung noch begünstigt: Kinder armer Familien fallen auf die Versprechungen der Menschenhändler herein, die ihnen gutbezahlte Jobs anbieten und sie anschließend kommerziell sexuell ausnutzen. Das gleiche Schicksal droht den Straßenkindern. 1995 gab es in Venezuela 350.000 registrierte Prostituierte. Etwa vier Fünftel von ihnen stammen aus Venezuela, der Rest wird häufig aus Ecuador verschleppt. 1998 konnten zum Beispiel 200 ecuadorianische Kinder zwischen neun und siebzehn Jahren, die in einem einzigen Bordell festgehalten und zur Prostitution gezwungen wurden, durch die Polizei befreit werden.

 

Venezuela hat am 14. September 1990 die UN Konvention über die Rechte des Kindes ratifiziert und sich verpflichtet, Kinder vor allen Formen sexueller Ausbeutung und sexuellen Missbrauchs zu schützen.


 

HIV/ Aids

Durch die vermehrten Fälle von Prostitution besteht die Befürchtung einer verstärkten Ausbreitung von HIV und AIDS. Nach Schätzungen von UNAIDS und der World Health Organization waren im Jahr 2005 etwa 110.000 Menschen in Venezuela mit HIV infiziert, darunter 31.000 Frauen. Wieviele Kinder mit HIV infiziert sind, konnte nicht geschätzt werden. Im selben Jahr sind 6.100 Venezolaner an den Folgen von HIV gestorben.


 

Kontakte vor Ort

 

Defence for Children International - Venezuela

(Defensa de los ninos Internacional - DNJ seccion Venezuela)

Calle Gil Fortoul,

Quinta "Curucha" No. 21-20

Urbanizacion Santa Monica,

Caracas 1041, Venezuela

Phone: +58 2 661 1873

Fax: +58 2 661 1873

 

Coalición Contra El Tráfico de Mujeres

(Coalition Against Trafficking in Women - Venezuela)

Coalición Contra el Tráfico de

Mujeres Urb. Montalban, Res. Uslar,

E-2, Apto. 12

Final Calle 12 C/2DA,

Avenida, Caracas 1021, Venezuela

Phone: +58 2 442 32 90

Fax: +58 2 442 32 90

Email: coalicionven@cantv.net

 


LANDESKUNDE VENEZUELA

Staat und Gesellschaft

Die Verfassung Venezuelas ist noch sehr junger Natur und wurde vom amtierenden Präsidenten und Ex-Putschisten Chávez 1999 eingeführt. Er verdankt seine Wahl einer tiefen Ablehnung der traditionellen Parteien, die über Jahre die Macht unter sich aufgeteilt und sich immer tiefer in Korruption und Vetternwirtschaft verstrickt hatten. Neben seinen Kernanhängern in den Armenvierteln, konnte er sich dabei auch auf große Teile der unzufriedenen Mittelschicht stützen. Seit seinem Amtsantritt hat Chávez versucht, die politische Landschaft in Venezuela grundlegend zu verändern. Er setzte eine neue, "bolivarische" Verfassung liberaler Prägung und zahlreiche Reformgesetze durch. Die Spaltung der Gesellschaft hat sich in den letzten Jahren jedoch vertieft.

 

Die Bolivarische Republik Venezuela ist eine Präsidialrepublik mit bundesstaatlichen Elementen. Staatsoberhaupt und oberster Inhaber der Exekutivgewalt ist der direkt vom Volk gewählte Staatspräsident. Die Legislative wird von der Nationalversammlung repräsentiert. Ein Bundesrat als Vertretung der 23 Bundesstaaten hat nur beratende Funktion. Die Verfassung enthält einen umfassenden Grundrechtskatalog, auch mit speziellen Rechten für die etwa 316.000 indigenen Einwohner Venezuelas.

 

Seit der Finanz- und Bankenkrise im Frühjahr 1994 befindet sich die gesamte Wirtschaft in einer Krise. Steigende Inflationsraten, Arbeitslosigkeit und in der Folge Massenarmut haben zu sozialen Spannungen geführt. Die Situation weiter Teile der Bevölkerung hat sich 1999 durch die katastrophalen Erdrutsche in der Küstenregion, bei denen 50.000 Menschen starben und 200.000 obdachlos wurden, noch verschärft. Hinzu kommt die weitere Verschlechterung der volkswirtschaftlichen Lage seit 2002.

 

Die venezulanische Gesellschaft ist von starken Gegensätzen geprägt. Etwa zwei Drittel der Bevölkerung sind Mestizen und Mulatten, ca. 316.000 Menschen indigener Herkunft. Die Weißen sind vor allem spanischer und italienischer Herkunft.

95 Prozent der Bevölkerung gehören dem römisch-katholischen Glauben an, drei Prozent dem protestantischen.

 

In Venezuela existiert ein differenziertes staatliches und privates Schul- und Hochschulsystem. Für neun Jahre besteht eine allgemeine Schulpflicht, die Präsenzrate liegt allerdings im Durchschnitt nur bei 60 Prozent der Kinder. Das erklärt die noch immer hohe Analphabetenrate, die jedoch seit jüngster Vergangenheit von der Regierung Chavez durch sogenannte „Bolivarische Schulen“ nach kubanischem Vorbild und mit kubanischer Hilfe eingedämmt werden konnte.


 

Wirtschaft

Die Wirtschaft Venezuelas hat durch die Ausbeutung der Erdölvorkommen seit den zwanziger Jahren einen Aufschwung genommen. Auch heute noch ist die verstaatlichte Erdölindustrie der bedeutendste Wirtschaftszweig. Durch die einseitige Abhängigkeit des Landes von der Erdölförderung steht und fällt die wirtschaftliche Situation mit dem Erdölpreis. Zudem hat es Venezuela nicht verstanden, die Einnahmen aus der Erdölförderung zur nachhaltigen Entwicklung der Wirtschaft aufzuwenden. Vielmehr leidet die Industrie seit den 70er Jahren unter einer Erstarrung der Strukturen und Veralterung der Anlagen. War vor dreißig Jahren Venezuela noch das reichste Land Lateinamerikas, befindet es sich heute nur noch im Mittelfeld. Eine Fortschreitende Deindustrialisierung verstärkt das ohnehin bereits gravierende Problem der Arbeitslosigkeit und beschert dem Land seit der Finanz- und Bankenkrise 1994 eine anhaltend sehr schwierige Situation. Ende 2002 verschärfte sich die Situation ein weiteres Mal, was unter anderem in dem Generalstreik 2002/2003 mündete. Der jüngste Anstieg der Ölpreise 2004 entspannt die Lage aktuell wieder.

Zu den anderen vorhandenen Industrierichtungen zählen Nahrungs- und Genussmittel-, chemische, Metall- und Textilindustrie. Wichtigste landwirtschaftliche Anbauprodukte sind Mais, Reis, Kaffee, Baumwolle und Zuckerrohr.


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