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INDEX

Steckbrief

Reiseziel Philippinen

Landeskunde Philippinen

(Glossar)

 


STECKBRIEF

Fläche

300.000 Quadratkilometer

Einwohner

97,98 Millionen (Juli 2009)

Hauptstadt

Manila (1,7 Millionen Einwohner, Metropolregion: 19,2 Millionen Einwohner 2008)

Amtssprache

Filipino (Tagalog) und Englisch

BIP je Einwohner (kaufkraftbereinigt)

3.300 US$ (2008)

Bevölkerungswachstum

1,96 Prozent pro Jahr (2009)

Lebenserwartung

71,1 Jahre (2009)

Säuglingssterblichkeit

20,6 pro 1 000 Lebendgeburten (2009)

Analphabetenrate

7,4 % (2005)

 

 


REISEZIEL PHILIPPINEN

Tourismus

Individual- und Massentourismus spielen eine wichtige Rolle für die Philippinen und sind eine bedeutende Devisenquelle. Laut UNWTO wurden im Jahr 2005 rund 1,7 Milliarden Euro bei rund 2,3 Millionen Gästen im Tourismus umgesetzt. Den größten Anteil bilden mit 20 Prozent Touristen aus den USA; gefolgt von Japan, Korea und Hongkong. Aus Westeuropa kommen jährlich etwa 88 000 Touristen, aus Deutschland 41 000. Nach Plänen der Regierung soll der Tourismussektor im Zuge der weiteren Orientierung des Landes am Weltmarkt noch stärker ausgebaut werden.


 

Kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus

In den letzten Jahren wurden auf den Philippinen viele Bars und Diskotheken eröffnet, was unter anderem auch durch eine Zunahme des Tourismus bedingt war. Im Zusammenhang mit dieser ausgebauten Vergnügungsinfrastruktur ging eine ansteigende Nachfrage nach Prostitution und eine Häufung der Fälle von Menschenhandel einher.

Die Philippinen gelten als "traditionelles" Ziel von Kindersex-Tourismus. Nach realistischen Schätzungen von CSEC gibt es auf den Philippinen 300.000 bis 500.000 Prostituierte, davon sind 75.000 bis 100.000 noch minderjährig. Allein in der Metropolregion der Hauptstadt Manila gehen Schätzungen von bis zu 20.000 jungen Opfern sexueller Ausbeutung aus. Die Philippinen stehen damit an vierter Stelle der Länder mit den meisten Kinderprostituierten.

Die Zunahme der Kinderprostitution beruht auf mehreren Faktoren. Neben der bestehenden Nachfrage nach minderjährigen Prostituierten durch manche Touristen spielt auch die schwierige finanzielle Lage, die durch die asiatische Wirtschaftskrise noch potenziert wurde, eine wichtige Rolle. Immer häufiger werden Kinder in die Prostitution getrieben, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Zeitungsberichten zufolge prostituieren sich manche Kinder sogar, um sauberes Trinkwasser zu erhalten. Als fatal erweißt sich für die Mädchen und Jungen die irrtümliche Annahme, dass sich Kinder weniger leicht mit HIV infizierten. Dem ist natürlich nicht so. Gerade für Kinder, deren Immunsystem durch die Folgen der Armut oft geschwächt ist, besteht ein hohes Risiko einer Infektion mit dem Virus beim erzwungenen Geschlechtsverkehr mit Erwachsenen, da sie dabei häufig nicht nur seelisch, sondern auch körperlich schwer verletzt werden.

 

Die Länder in Südostasien gelten als besonders betroffen von Kinderprostitution. Schätzungen von UNICEF gehen alleine in diesem Gebiet von mehr als einer Millionen Kinderprostituierten aus.

 

Prostitution ist auf den Philippinen verboten. Die Philippinen haben außerdem am 21. August 1990 die UN Konvention über die Rechte des Kindes ratifiziert und sich verpflichtet, Kinder vor allen Formen sexueller Ausbeutung und sexuellen Missbrauchs zu schützen. Sie waren das erste asiatische Land, das ein Gesetz gegen Kindesmissbrauch eingeführt hat. 1995 hat der philippinische Senator Ernesto Herrera einen Gesetzesentwurf eingebracht, wonach Personen, die Kinder in die Prostitution drängen oder ein Kind unter zwölf Jahren missbrauchen, das eigene Recht auf Leben verwirkt hätten und mit 30 Jahren Freiheitsstrafe oder sogar mit dem Tod bestraft werden sollten. Dieses Gesetz wurde 1996 verabschiedet. Ihm war bereits 1992 eine Gesetzesreform vorausgegangen, nach der sich ein Tourist bereits dann strafbar macht, wenn er ein einheimisches Kind mit auf sein Hotelzimmer nimmt. Das Gesetz definiert Prostituierte unter 18 Jahren erstmals als Opfer von Missbrauch. Diese härtere Gangart setzt sich allmählich auch in der Strafverfolgung durch. Fälle, in denen Touristen wegen Kindesmissbrauchs angeklagt und auch verurteilt werden, nehmen zu. 1997 haben die Philippinen ein Anti-Pädophilie-Abkommen mit Australien und Großbritannien abgeschlossen, das den verstärkten Informationsaustausch zwischen Polizeibehörden sicherstellen soll. Außerdem wurden bilaterale Kooperationen mit anderen Staaten intensiviert. Im Jahr 2000 hat der Council for the Welfare of Children einen "Aktionsplan gegen die kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern 2000-2004" ins Leben gerufen. Seine Hauptinhalte sind Prävention, Schutz, Genesung und Reintegration von Opfern.

 

Wer einen Fall von Kindesmissbrauch beobachtet, kann dies dem Reiseveranstalter, der Reiseleitung und/oder dem Hotelmanager vor Ort melden. Auch die Polizei - manche Polizisten wurden durch Kollegen aus Großbritannien im Umgang mit den Opfern sexueller Gewalt geschult - , die Botschaften sowie Nichtregierungsorganisationen nehmen Hinweise entgegen und gehen Fällen nach.


 

HIV/ Aids

Durch die vermehrten Fälle von Prostitution besteht die Befürchtung einer verstärkten Ausbreitung von HIV und AIDS. Nach Schätzungen von UNAIDS und der World Health Organization waren im Jahr 2007 etwa 8.300 Menschen auf den Philippinen mit HIV infiziert, darunter waren 2.200 Frauen. Wieviele Kinder mit HIV infiziert sind, konnte nicht geschätzt werden. Im Jahr 2007 sind weniger als 200 Philippinos an den Folgen von HIV gestorben.


 

Kontakte vor Ort

 

Terre des Hommes – Co-ordination Philippines

Ms. Pilgrim Bliss Guasa

240 MacArthur, Highway.

Matina, Davao City

PHILIPPINES

Phone +63-82-299 2563

Fax +63-82-299 2563

Email: tdhphil@gmail.com

 

Visayan Forum Foundation Inc.

No 18, 12th Avenue

Brgy. Socorro, Murphy, Cubao

1109 Quezon City, Philippines

Tel: +63 2 709-0711

Fax: +63 2 421-9423

Email: visforum@pldtdsl.net

 

ECPAT - Philippines

(End Child Prostitution, Child Pornography and the Trafficking of Children for Sexual Purposes - Philipinnes)

Ms. Dolores Alforte

143 Anonas Extension Sikatuna Village, Diliman, Quezon City 1101

Philippines

Phone : +63 2 920 8151

Fax : +63 2 929 9642

Email: ecpatphil@gmail.com

 

Preda Foundation

Upper Kalaklan

Olongapo City 2200, Philippines

Phone: +63 47 223 9629

Fax: +63 47 222 5573

Email: predair@info.com.ph or preda@info.com.ph

Website: http://www.preda.org

 

UNICEF Philippines

P.O. Box 1076

Makati Central Post Office

1250 Makati City Philippines 1200

Phone: +632 901 0100

Fax: +632 892 8126

Email: manila@unicef.org

 


LANDESKUNDE PHILIPPINEN

Staat und Gesellschaft

Die Philippinen sind eine präsidiale Republik. Staatsoberhaupt und Regierungschef ist der direkt gewählte Staatspräsident, die Legislative liegt beim Senat und beim Repräsentantenhaus.

 

Die verarmte Landbevölkerung und die Arbeitslosen in den Städten haben von den bescheidenen Erfolgen der angestrebten Reformen bisher jedoch nicht profitiert. Noch immer leben mehr als ein Viertel der Philippinos unterhalb der Armutsgrenze, unter der Landbevölkerung sind es zwei Drittel. Fast jeder vierte Philippino ist unterernährt. Die groß angekündigte Agrarreform brachte bisher keine gerechtere Landverteilung. Mehr als 6 Millionen Philippinos, davon die Hälfte Frauen, arbeiten im Ausland, weil ihnen die Heimat keine gesicherte wirtschaftliche Existenz bieten kann. Die Politik will das Land "weltmarkttauglich" machen - Export, Infrastruktur und Tourismus werden gefördert.

 

Die philippinische Bevölkerung setzt sich aus verschiedenen ethnischen Gruppen zusammen: aus 91,5 % christlichen Malaien, annähernd 5 % moslemischen Malaien, etwa 1 % Chinesen, 3 % indigenen Gruppen, Arabern, Europäern und Indern. Die Religionszugehörigkeit verteilt sich mit 82,9 % auf die römisch-katholische Kirche, 5,4 % sind Protestanten, 4,6 % Moslems, 2,6 % bekennen sich zur Freikirche und 2,3 % zur Iglesia ni Christo.

 

Auf den Philippinen besteht eine allgemeine Schulpflicht für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren. Etwa ein Drittel der Kinder besucht weiterführende Schulen, 10 % der Schüler besuchen Colleges oder Universitäten. Der hohe Bildungsstand zeigt sich auch in der geringen Analphabetenrate von fünf Prozent.


 

Wirtschaft

Ein Drittel der Staatsfläche wird land- und forstwirtschaftlich genutzt. Die Philippinen exportieren unter anderem Reis, Zuckerrohr, Kaffee, Bananen und Ananas. Neben einer bedeutenden Nahrungsmittel- und Textilindustrie spielen chemische, Zement- und Elektroindustrie eine wichtige Rolle. Die gesamte philippinische Wirtschaft ist stark an die US-Wirtschaft gebunden. Das im Jahr 2000 unter Präsident Ramos gestartete Förderungsprogramm "Philippines 2000" sollte für wirtschaftliches Wachstum sorgen.


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