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Länderinformation Thailand





INDEX

Steckbrief

Reiseziel Thailand

Landeskunde Thailand

(Glossar)

 


STECKBRIEF

Fläche

514.000 Quadratkilometer

Einwohner

65,91 Millionen (Juli 2009)

Hauptstadt

Bangkok (6,9 Millionen Einwohner, Agglomeration: 11,6 Mio. Einwohner, 2006)

Amtssprache

Thai (Siamesisch) (weitere Sprachen: Englisch und viele Regionalsprachen)

Bruttosozialprodukt je Einwohner

8.500 US$ (2008)

Bevölkerungswachstum

0,62 Prozent (2009)

Lebenserwartung

73,1 Jahre (2009)

Säuglingssterblichkeit

17,6 pro 1 000 Lebendgeburten (2009)

Analphabetenrate

7 % (2007)

 

 


REISEZIEL THAILAND

Tourismus

Der Tourismussektor ist zur wichtigsten Devisenquelle Thailands geworden und spielt allein deshalb eine außerordentliche Rolle für das Land. Individualtourismus ist genauso vertreten wie Massentourismus. Besucher kommen vor allem aus Westeuropa und Nordamerika: Jeder fünfte Tourist ist Europäer. Die meisten kommen aus Großbritannien, gefolgt von Deutschland. Sie bereisen das Land wegen der vielfältigen kulturellen und religiösen Sehenswürdigkeiten, aber auch, um sich an den weitläufigen Stränden des Landes zu entspannen. Laut UNWTO wurden im Jahr 2005 rund 8,1 Milliarden Euro bei rund 11,7 Millionen Gästen im Tourismus umgesetzt.


 

Kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus

Prostitution ist eine relativ neue Erscheinung in Thailand. Der Adel im alten Siam lebte in Polygamie. In den Dörfern war aber Monogamie üblich und sexuelle Beziehungen wurden streng geregelt. Prostituierte gab es nur in den wenigen Städten. Sie und ihre Kinder wurden sozial ausgegrenzt. Noch 1950 gab es im ganzen Land nur 20 000 Prostituierte, heute sind es schätzungsweise eine halbe Million. Als Thailand zum US-Stützpunkt im Vietnamkrieg wurde, schnellte die Prostitution in neue Höhen. Mit dem Versprechen auf eine gute Ausbildung oder einen Job wurden immer mehr, besonders auch junge Mädchen, aus ihren Dörfern nach Bangkok gelockt, wo sie mit Schulden, Drohungen und Gewalt in die Prostitution gezwungen wurden. Einem Polizeibericht zufolge arbeiteten 1974 bereits 400 000 Frauen und Mädchen aus den ländlichen Gebieten in den Bordellen Bangkoks. Nach dem Abzug der amerikanischen Truppen übernahmen westliche Touristen die ‚sexuelle Infrastruktur’ des Landes. Damit nahm auch die Kinderprostitution zu. Immer häufiger wurden Fälle bekannt, in denen Bauernfamilien aus dem Norden Thailands ihre Töchter an Menschenhändler verkauften, die den Mädchen gute und gutbezahlte Jobs versprachen. Es war aber nicht Skrupellosigkeit, die sie zu diesem Schritt veranlasste, sondern Unwissenheit und Not. Heute gehen realistische Schätzungen von 100 000 bis 150 000 Kindern in der Prostitution aus, der Großteil davon sind Mädchen.

 

Die gestiegene Nachfrage nach Kinderprostituierten macht den Menschenhandel zum lukrativen Geschäft. Mittlerweile werden aus den Nachbarländern, besonders aus Burma, Laos, Kambodscha und selbst aus Südchina, Kinder in Bangkoker Bordelle verschleppt.

 

Die Länder in Südostasien gelten als besonders betroffen von Kinderprostitution. Schätzungen von UNICEF gehen alleine in diesem Gebiet von mehr als einer Millionen Kinderprostituierten aus.

 

Prostitution ist in Thailand gesetzlich verboten. Der Geschlechtsverkehr mit Kindern unter 18 Jahren kann je nach Alter des Kindes mit bis zu 6 Jahren Haft bestraft werden. Außerdem hat Thailand am 27. März 1992 die UN Konvention über die Rechte des Kindes ratifiziert und sich verpflichtet, Kinder vor allen Formen sexueller Ausbeutung und sexuellen Missbrauchs zu schützen. Seit Anfang der neunziger Jahre läuft ein Regierungsprogramm, das Kinder durch die Schaffung neuer Erwerbsmöglichkeiten auf dem Land vor Prostitution schützen will.

 

Wer einen Fall von Kindesmissbrauch beobachtet, kann dies dem Reiseveranstalter, dem Tourguide und/oder dem Hotelmanager vor Ort melden. Auch die Botschaften sowie Nichtregierungsorganisationen nehmen Hinweise entgegen und gehen Fällen nach. Das thailändische Bildungsministerium hat außerdem eine Hotline eingerichtet, an die man sich in solchen Fällen wenden kann.


 

HIV/ Aids

Durch die vermehrten Fälle von Prostitution besteht die Befürchtung einer stärkeren Ausbreitung von HIV und AIDS. Nach Schätzungen von UNAIDS und der World Health Organization waren im Jahr 2007 etwa 610.000 Thailänder mit HIV infiziert, darunter waren 250.000 Frauen und 14.000 Kinder. Damit ist die Prävalenzrate (0,9 Prozent der Gesamtbevölkerung bzw. 1,4 Prozent der Menschen im Alter zwischen 15 und 49 Jahren) neben der von Kambodscha eine der höchsten in Asien. Im selben Jahr starben 31.000 Thailänder an den Folgen von HIV.

Trotz dieser Zahlen hängen westliche Touristen dem Irrglauben an, Sex mit Kindern begrenze die Gefahr einer Ansteckung mit HIV. Durch diesen Irrglauben erhöht sich aber gerade für Kinder die Wahrscheinlichkeit, sich zu infizieren, da sie beim erzwungenen Geschlechtsverkehr mit Erwachsenen häufig nicht nur seelisch, sondern auch körperlich schwer verletzt werden.

Die auswegslose Ausbeutungssituation, in der sie leben, gleicht einem Teufelskreis. Die wenigsten können diese Situation verkraften. Drogenkonsum hilft, die eigenen Probleme zu verdrängen, reduziert aber gleichzeitig die körperliche Widerstandsfähigkeit. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, sich mit HIV zu infizieren.


 

Kontakte vor Ort

 

Terre des hommes-Germany, Co-ordination Office for Southeast Asia

Mr. Bert Cacayan, Ms. Itsaraporn Daoram (Thailand/Laos), Mr. Kanokphan Sarnkul (Burma)

127/4 Soi Charoenporn 2

Phahonyothin 11

Bangkok 10400

THAILAND

Phone: +66-(0)2-2791663 or +66-(0)2-2791664

Fax: +66-(0)2-2794445

Email tdhbkk@ksc.th.com

 

FACE

(Coalition to Fight Against Child Exploitation)

P.O. Box 178

Klong Chan

Bangkok 10240, Thailand

Phone: +66 2 509-5792 or 947-7307

Fax: +66 2 519-2794

Email: face@internet.ksc.net.th

Website: http://www.un.or.th/TraffickingProject/FACE/face_home.html

 

Project OutReach - Thailand

Soi Yamato 219/31 Box 14

Tambon Nongprue

Banglamung, Chonburi 20260, Thailand

Phone: +66 38 250 940

Fax: +66 38 250 934

Email: OutReach@thailand.com

Main contact person(s): G.S. Sean Parlaman (seanpar@thailand.com)

 

Development And Education Program For Daughters And Communities

PO Box10, Mae Sai

Chiang Rai 57130, Thailand

Phone: + 66 053 733186

Fax: + 66 053 642415

Email: info@depdc.org

Website: www.depdc.org

 

Centre for the Protection of Children's Rights Foundation (CPCR)

185/16 Charansaitwong 12 Road

Bangkokyai

Bangkok 10600, Thailand

Phone: +66 2 412 1196 / 0739

Fax: +66 2 412 9833

Email: cpcr@internetksc.th.com

Website: www.thaichildrights.org

 

UNICEF Thailand

19 Phra Atit Road

Chanasongkram, Phra Nakorn

Bangkok 10200, Thailand

Phone: +662 356 9499 / 280 5931

Fax: +662 281 6032

Email: thailandao@unicef.org

 


LANDESKUNDE THAILAND

Staat und Gesellschaft

Staatsoberhaupt ist seit 1946 König Bhumipol Adulyadej (Rama IX). Die Exekutive liegt bei der Regierung unter der Führung des vom König ernannten Ministerpräsidenten, z. Z. Thaksin Chinnawat. Die Legislative wird vom Parlament vertreten, das sich in ein Ober- und ein Unterhaus gliedert.

 

Obwohl das Wirtschaftswachstum während der letzten Jahre greifbar war, hat die forcierte Industrialisierung und globale Ausrichtung auch Schattenseiten mit sich gebracht. Neue Formen von Armut sind entstanden, noch nie war die Kluft zwischen Armen und Reichen so groß. Landflucht hat zum Zusammenbruch dörflicher und familiärer Traditionen geführt, Rationalisierungen in der Landwirtschaft sind mit Umweltzerstörung einhergegangen. Zur Stadtbevölkerung zählt nur jeder fünfte Thailänder. Die Mehrzahl der thailändischen Bevölkerung lebt abseits der modernen Infrastruktur auf dem Land, darunter mehr als jeder Zehnte unterhalb der Armutsgrenze. Von den Kindern unter fünf Jahren sind 13 Prozent unterernährt.

 

Die thailändische Bevölkerung gehört zu 85 Prozent Thaivölkern an, darunter vor allem Siamesen, außerdem Shan und Lao. Zwölf Prozent sind ethnische Chinesen, vier Prozent Malaien, drei Prozent Khmer. Daneben gibt es viele Minderheiten. Die Gesellschaft ist hierarchisch geprägt.

Buddhismus ist Staatsreligion in Thailand, dennoch herrscht Glaubensfreiheit. Lediglich der König, der zugleich religiöses Oberhaupt ist, muss Buddhist sein. 94 Prozent der Bevölkerung sind ebenfalls Buddhisten (mehrheitlich Hinayana-Buddhisten), Minderheiten bilden Anhänger des Konfuzianismus und des Islam, nur wenige Thailänder bekennen sich zum Christentum.

 

Die Familie spielt für den Thai eine wesentliche Rolle. Zu Eltern und Geschwistern besteht ein Leben lang eine innige Beziehung, die auf Liebe, Respekt und Dankbarkeit beruht. Innerhalb der Familie bestehen klare Hierarchien, jüngere Geschwister sind den älteren untergeordnet. Den Eltern und Großeltern gebührt höchster Respekt. Die Ehrerbietung gegenüber älteren Familienmitgliedern ist auch Teil des buddhistischen Glaubens.

 

Thailand hat eine hohe Alphabetisierungsrate, bedingt durch die allgemeine Schulpflicht. Durch die Einrichtung von weiterführenden Schulen auf dem Land und die Möglichkeit eines staatlichen oder privaten Stipendiums können auch Kinder ärmerer Familien bis zur neunten Klasse die Schule besuchen. Regierung und Nichtregierungsorganisationen haben diverse Bildungszentren eingerichtet, um den Schulabgängern eine Berufsausbildung zu ermöglichen und sie weniger anfällig für die Versprechungen der Menschenhändler und Bordellbesitzer zu machen.

Rein gesetzlich sind Frauen und Männer völlig gleichgestellt. Sie haben das Recht auf gleiche Ausbildung und gleichen Lohn. Wie in westlichen Ländern auch, bestehen dennoch Unterschiede zwischen der gesetzlichen Gleichstellung und der Gleichbehandlung von Mann und Frau im Alltag. In manchen elementaren Lebensbereichen ist die Emanzipation der Frau verwirklicht, in anderen ist sie noch nicht ganz durchgefochten. Diese Unterschiede sind teilweise durch religiöse Traditionen bedingt: Nach dem hinduistischen Gesetzbuch Manus z.B. ist die Frau ein Leben lang dem Mann unterstellt, zunächst ihrem Vater, später ihrem Ehemann und nach dessen Tod ihrem Sohn. Nach diesem Gesetzbuch wird von den Frauen erwartet, ihrem Ehemann ehrfürchtig gegenüberzutreten. Jegliche Beziehung zu anderen Männern wird nicht geduldet. In der Öffentlichkeit sollten Frauen nicht rauchen, besonders Männern nicht die Hand geben, niemanden umarmen und auch niemanden küssen.

 

Kinder werden wohl behütet, egal ob sie in mono- oder polytheistischen Familien groß werden. Ihre Familien wünschen sich für sie das, was sich auch Eltern in Europa für ihre Kinder wünschen: eine gute Ausbildung und eine glückliche Zukunft. Religiöse Traditionen verlangen z.B. von den Eltern eine Mitgift für ihre Tochter, was für viele Familien eine große finanzielle Belastung bedeutet. Wenn Eltern ihre Töchter an Menschenhändler verkaufen, die den Mädchen gute und gutbezahlte Jobs versprechen, dann geschieht das meistens nicht aus Skrupellosigkeit, sondern aus Unwissenheit und Not.


 

Wirtschaft

Thailand ist auf dem Weg von einem Entwicklungs- zu einem Industrieland. Neben dem Hauptexportgut Reis sind neuerdings Computerteile, Textilien und Lebensmittelkonserven getreten. Von großer wirtschaftlicher Bedeutung ist außerdem der Tourismus, der heute Thailands wichtigste Devisenquelle darstellt. Der Anteil der Landwirtschaft am Bruttosozialprodukt zählt nur noch zehn Prozent, obwohl 60 Prozent der Bevölkerung von der Landwirtschaft leben.


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