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Länderinformation Kambodscha





INDEX

Steckbrief

Reiseziel Kambodscha

Landeskunde Kambodscha

(Glossar)

 


STECKBRIEF

Fläche

181.040 Quadratkilometer

Einwohner

14,49 Millionen (Juli 2009)

Hauptstadt

Phnom Penh (2 Millionen Einwohner 2006)

Amtssprache

Khmer (weitere Sprachen: Englisch und Französisch)

Bruttosozialprodukt je Einwohner

2.000 US$ (2008)

Bevölkerungswachstum

1,77 % (2009)

Lebenserwartung

62,1 Jahre (2009)

Säuglingssterblichkeit

54,8 pro 1 000 Lebendgeburten (2009)

Analphabetenrate

26,4 % (2004)

 

 


REISEZIEL KAMBODSCHA

Tourismus

Der Tourismussektor spielt nur eine untergeordnete aber stark wachsende Rolle für die Wirtschaft Kambodschas. Laut UNWTO wurden im Jahr 2005 rund 675 Millionen Euro bei rund einer Millionen Gästen im Tourismus umgesetzt. Eine große Anzahl ausländischer ‚Besucher’ kam erstmals zu Beginn der 90er Jahre im Zusammenhang mit der UNTAC-Mission (United Nations Transitional Authority in Cambodia) der Vereinten Nationen nach Kambodscha.


 

Kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus

Mit der Öffnung des Landes seit 1992, mit den internationalen Beobachtern, den UN-Soldaten, Managern und Beratern, kamen neue Probleme ins Land: Konsumbedürfnisse wurden geweckt, deren Befriedigung sich angesichts zunehmender Armut nur die wenigsten leisten können. Die Nachfrage nach Prostitution hat stark zugenommen und mit ihr die Rate der HIV-infizierten Kambodschaner. Nach realistischen Schätzungen gibt es allein in Phnom Penh 15 000 Prostituierte, ein Drittel davon wurde aus China und Vietnam verschleppt, ein Drittel ist unter 18 Jahre alt, die Hälfte mit HIV infiziert.

Mit der Prostitution hat auch der Menschenhandel einen Aufschwung erfahren, obwohl die Verschleppung von Kindern zur Prostitution in Kambodscha mit bis zu 20 Jahren Gefängnis bestraft werden kann. Immer häufiger wurden Fälle bekannt, in denen arme Familien ihre Kinder an Menschenhändler verkauften, die den Mädchen gute und gutbezahlte Jobs versprachen. Es war aber nicht Skrupellosigkeit, die sie zu diesem Schritt veranlasste, sondern Unwissenheit und Not.

Die Täter stammen sowohl aus dem ostasiatischen Raum (Taiwan, Korea) als auch aus dem europäischen und nordamerikanischen Raum. Es sind Touristen, die gezielt nach Kambodscha fahren mit dem Ziel der sexuellen Ausbeutung von Kindern.

 

Durch den kursierenden Irrglauben, Geschlechtsverkehr mit jungfräulichen Kindern habe eine verjüngende und stärkende Wirkung, wurden immer mehr und immer jüngere Kinder zur Prostitution gezwungen. Diese Entwicklung steht auch im Zusammenhang mit dem Aberglauben , dass sich Kinder weniger leicht mit HIV infizierten. Dem ist natürlich nicht so. Gerade für Kinder, deren Immunsystem durch die Folgen der Armut oft geschwächt ist, besteht ein hohes Risiko einer Infektion mit dem Virus beim erzwungenen Geschlechtsverkehr mit Erwachsenen, da sie dabei häufig nicht nur seelisch, sondern auch körperlich schwer verletzt werden.

 

Die Länder in Südostasien gelten als besonders betroffen von Kinderprostitution. Schätzungen von UNICEF gehen alleine in diesem Gebiet von mehr als einer Millionen Kinderprostituierten aus.

 

Kambodscha hat am 15. Oktober 1992 die UN Konvention über die Rechte des Kindes ratifiziert und sich verpflichtet, Kinder vor allen Formen sexueller Ausbeutung und sexuellen Missbrauchs zu schützen.

 

Australische, belgische und französische Organisationen arbeiten mit dem kambodschanischen Ministerium für Tourismus zusammen um den Kindersextourismus zu bekämpfen. Dies geschieht durch Aufklärung der Bevölkerung und Kontrolle der potentiellen Täter gleichermaßen.

 

Wer einen Fall von Kindesmissbrauch beobachtet, kann dies dem Reiseveranstalter und den Tourguides und Hotels vor Ort melden. Auch die Botschaften sowie Nichtregierungsorganisationen nehmen Hinweise entgegen und gehen Fällen nach.


 

HIV/ Aids

Durch die vermehrten Fälle von Prostitution besteht die Befürchtung einer verstärkten Ausbreitung von HIV und AIDS. Nach Schätzungen von UNAIDS und der World Health Organization waren im Jahr 2007 etwa 75.000 Kambodschaner mit HIV infiziert, darunter waren 20.000 Frauen und 4.400 Kinder. Die Prävalenzrate (0,5 Prozent der Gesamtbevölkerung) ist neben Thailand eine der höchsten in Asien. Im selben Jahr starben 6.900 Kambodschaner an den Folgen von HIV.


 

Kontakte vor Ort

 

Terre des Hommes Germany - Co-ordination office Cambodia

Mr. Tou Vantha

# 23, Street 348, Boeung Keng Kang 3, Chamcarmon,

Phnom Penh, CAMBODIA

Phone +855 23 222553

Email tdhcam@online.com.kh

 

Hagar Cambodia

#53D Street 242

Sangkat Veal Vong, Khan 7 Makara

P.O. Box 1521

Phnom Penh, Cambodia

Phone: +855 23 219 045

Fax: +855 23 213 375

Email: info@hagarinternational.org

 

UNICEF - Cambodia

PO Box 176

Phnom Penh, Cambodia

Phone: +855 23 426 214/5

Fax: +855 23 426 284

Email: phnompenh@unicef.org

 

Cambodian Centre for the Protection of Children's Rights

PO Box 2487

Phnom Penh 3, Cambodia

Phone/Fax: +855 23 363 316

Email: info@ccpcr.org

 

ECPAT - Cambodia

(End Child Prostitution Abuse and Trafficking in Cambodia)

Mr. Chin Chanveasna

#36, St. 99, Sangkat Boeung Trabek

Phnom Penh, Cambodia

Phone : +855 23 213 021

Fax : +855 12 923 254

Email: director@ecpatcambodia.org

 

AFESIP Cambodia

Administration, Human Resource and Communication Department

#62CE0, Street 598, Boeung Kak 2

Toul Kork, Phnom Penh

Cambodia

Phone/Fax: +855 023 884 123

Email: info@afesip.org

Website: http://www.afesip.org/

 


LANDESKUNDE KAMBODSCHA

Staat und Gesellschaft

Kambodscha ist eine konstitutionelle Monarchie. Staatsoberhaupt ist der vom Thronrat gewählte König, der Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist, aber keine exekutive Gewalt ausübt. Die Exekutive liegt bei der Regierung unter dem Ministerpräsidenten. Die Legislative wird durch die Nationalversammlung und seit kurzem durch den Senat vertreten.

Nachdem Regierung und Rote Khmer 1991 in Paris Frieden geschlossen haben und bis Ende 2003 bereits drei demokratische Wahlen stattfanden, kann man Kambodscha heute nicht mehr als Bürgerkriegsland bezeichnen. Dennoch ruhen die Waffen in vielen Regionen des Landes noch nicht. Dort terrorisieren Rote Khmer weiterhin die Bevölkerung und plündern sie aus.

Einen Beweis, dass der Krieg noch nicht ausgestanden ist, liefern die Landminen – Kambodscha ist das Land mit dem höchsten Prozentsatz arm- und beinamputierter Menschen weltweit. Wegen der Minengefahr sind weite Teile des Landes nicht landwirtschaftlich nutzbar. Die Bevölkerung leidet in der Folge unter Armut und Hunger, fast die Hälfte der Kinder sind untergewichtig.

Nicht nur der Wirtschaftssektor ist von den Folgen des Bürgerkriegs gezeichnet. Die Gesellschaft leidet unter einer ineffizienten Bürokratie, einer korrupten Polizei und einer desinteressierten Justiz. Die Bevölkerung musste lange Zeit auf Schulbildung verzichten. Auch heute besucht nur jeder fünfte Schüler die Schule bis zur fünften Klasse, die anderen gehen vorher ab. Entsprechend können heute etwa zwei Drittel der Kambodschaner und Kambodschanerinnen nicht lesen. Kambodscha hat damit eine der höchsten Analphabetenraten der Welt.

Heute besteht die Bevölkerung Kambodschas zu 85 Prozent aus Khmer, den Rest bilden Vietnamesen. Außerdem gibt es Minderheiten von Chinesen und moslemischen Chams. Während der Gewaltherrschaft Pol Pots verloren zwischen 1975 und 1979 mehr als 1 Million Kambodschaner ihr Leben. Besonders Minderheiten wurden umgebracht, vertrieben oder umgesiedelt.

 

Vor 1975 waren 90 Prozent der Bevölkerung Anhänger des Hinajana-Buddhismus. Da die Roten Khmer beabsichtigten, die Religion zu vernichten, ging die Zahl der Gläubigen während dieser Zeit stark zurück. Erst seit Beginn der 90er Jahre erlebt die Religion in Kambodscha einen Aufschwung, was sich auch in der Zahl neugegründeter Klöster widerspiegelt.

 

Die Menschen Kambodschas haben zwei Jahrzehnte in einer gewalttätigen Gesellschaft und unter autoritären Regimes gelebt. Menschenrechtsverletzungen waren an der Tagesordnung. Diese traumatische Erfahrung hat in vielen Bereichen zu einer Brutalisierung der Gesellschaft geführt. Zusammen mit den Problemen der Armut und Chancenlosigkeit bildet sie einen Teufelskreis, unter dem besonders Kinder und Frauen leiden. Viele Ehemänner, Väter und Brüder ertränken ihre Frustration im Alkohol und lassen ihre Wut dann an ihren Frauen und Kindern aus. Nicht wenige leiden unter häuslicher Gewalt, werden geschlagen und vergewaltigt. Durch Krieg und Vertreibung sind viele Familien zerbrochen. Immer mehr Kinder leben als Waisen auf den Straßen von Phnom Penh, wo ihr Alltag von Gewalt und Kriminalität geprägt ist.


 

Wirtschaft

Die Regierung strebt eine Modernisierung des Agrarsektors an, um das Ziel, die Bevölkerung mit Reis, Mais, Gemüse und Fleisch zu versorgen, verwirklichen zu können. Fischerei, Forstwirtschaft und industrielle Fertigung sind durch die Kriegsereignisse stark zurückgegangen. Die zahlreichen Landminen erschweren diese Entwicklung.


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