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INDEX

Steckbrief

Reiseziel Ungarn

Landeskunde Ungarn

(Glossar)

 


STECKBRIEF

Fläche

93.030 Quadratkilometer

Einwohner

9,91 Millionen (2009)

Hauptstadt

Budapest (1,7 Mio. Einwohner 2008)

Amtssprache

Ungarisch

BIP (kaufkraftbereinigt) je Einwohner

19.800 US$ (2008)

Bevölkerungswachstum

-0,26% (2009)

Lebenserwartung

73,4 Jahre (Männer: 69,3 Jahre, Frauen: 77,9 Jahre) (2009)

Säuglingssterblichkeit

7,9 bei 1000 Lebendgeburten (2009)

Analphabetenrate

1 % (2007)

 

 


REISEZIEL UNGARN

Tourismus

Der Tourismus stellt insbesondere im Raum Budapest, in der Puszta und in der Gegend des Plattensees (Balaton) eine wichtige Einnahmequelle dar. Laut UNWTO wurden im Jahr 2005 rund 3,4 Milliarden Euro bei rund 10 Millionen Gästen im Tourismus umgesetzt.


 

Kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus

Ungarn ist in erster Linie ein Transitland für Kinder und Frauen aus Russland, Rumänien, der Ukraine, Bulgarien und dem Balkan, die von kriminellen Banden weiter nach Europa oder die Vereinigten Staaten gebracht und dort sexuell ausgebeutet werden. Offizielle Stellen beziffern die Zahl der über Ungarn verschleppten auf 150.000 jährlich.

Erst in zweiter Linie ist Ungarn auch ein Herkunfts- und Zielland für Touristen mit dem Hintergrund pädo-sexueller Straftaten. Statistiken weisen aus, dass 22% der Prostituierten in Ungarn jünger als 18 Jahre sind. Sie entstammen vorwiegend der Minderheit der Roma (zu 60%). Auch ist  die kommerzielle sexuelle Ausbeutung von noch jüngeren Kindern im Land weit verbreitet: die EU hat Ungarn aufgefordert, diesem Missstand energischer zu begegnen.


 

Recht

Sexueller Missbrauch von Kindern wird in Ungarn mit Freiheitsstrafen zwischen einem und fünfzehn Jahren bestraft. Herstellung und Vertrieb von Kinderpornografie steht ebenfalls unter Strafe und wird mit Freiheitsentzug bis zu acht Jahren bestraft. Dass die Ungarn von dieser Rechtslage Gebrauch machen, zeigt sich an zahlreichen Festnahmen ausländischer Straftäter.


 

HIV/ Aids

Nach Schätzungen von UNAIDS und der World Health Organization waren im Jahr 2007 etwa 3.300 Menschen in Ungarn mit HIV infiziert, darunter weniger als 1.000 Frauen. Wieviele Kinder mit HIV infiziert sind, konnte nicht geschätzt werden. Im selben Jahr sind weniger als 100 Menschen an den Folgen von HIV gestorben.


 

Kontakte vor Ort

 

South East European Child Rights Action Network

(SEECRAN)

Metelkova 6,

1000 Ljubljana, Slovenia

Phone: +386 1 438 5250

Fax: +386 1 432 3383

Email: info@seecran.org

Website: http://www.seecran.org

 

ESZTER Foundation and Center

1525. Budapest Pf.: 41, HUNGARY

Phone: +36 1 466-9872

Fax: +36 1 466-9872

Email: info@eszteralapitvany.hu

Website: http://www.eszteralapitvany.hu

 


LANDESKUNDE UNGARN

Geschichte

Das Volk der Ungarn (Magyaren) siedelte seit dem Ende des 9. Jahrhundert an der mittleren Donau und unternahm von dort aus gefürchtete Kriegszüge nach Mittel- und Südeuropa. Ein Jahrhundert später wurden die Ungarn endgültig sesshaft, womit die Christianisierung und die Orientierung an den westlichen Kulturkreis begannen. Die Bindung an die römische Kirche ermöglichte die Schaffung eines Königreichs. Die folgenden Jahrhunderte waren von Konflikten zwischen dem König und dem Hochadel geprägt, unterbrochen von der Eroberung des Landes durch die Mongolen im Jahr 1241. Nachdem sich das Land von der Besetzung erholt hatte, folgte eine lange Blütezeit – bis es erneut unterworfen wurde. Die Osmanen besiegten die Ungarn 1526 vernichtend, was zur Zerschlagung des Landes führte. Der Westen des Königreichs fiel an die Habsburger, der mittlere Teil an die Osmanen und Transsilvanien wurde selbstständig.

Im 17. Jahrhundert dominierten Auseinandersetzungen zwischen den Osmanen und Habsburgern, die schließlich mit der vollständigen Vertreibung der Osmanen zum Ende des Jahrhunderts endeten und das Gebiet unter der österreichischen Krone vereinigten. Die Ungarn, unzufrieden mit der harten Regentschaft der Habsburger, organisierten bis ins 19. Jahrhundert zahlreiche Aufstände. 1848 wurde in Pest die Revolution ausgerufen, jedoch mit russischer Hilfe niedergeschlagen. Die Ordnung und der Zusammenhalt in der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn konnte nur noch mit Gewalt sichergestellt werden, trotz weitgehender Zugeständnisse wie der eigenen ungarischen Königskrone.

Erst nach dem Ersten Weltkrieg wurde Ungarn 1918 als eigenständiger Staat wiederhergestellt. In den folgenden Jahren wandelte sich das Land zu einem konservativen Staat unter autoritärer Führung, der sich zunehmend Nazi-Deutschland annäherte und schließlich auch auf der Seite der Achsenmächte in den Krieg einzog. Der Krieg endete für Ungarn mit dem Einmarsch der Roten Armee im April 1945. In der Nachkriegszeit wurde Ungarn zu einem sozialistischen Staat, was 1956 mit der Zerschlagung eines Volksaufstands endgültig durch die Sowjetunion zementiert wurde.

1989 proklamierten die Ungarn ihre Republik, nachdem der Staat durch die Grenzöffnung zur DDR den Umwälzungsprozess beschleunigt hatte.


 

Staat und Gesellschaft

Die 1989 grundlegend erneuerte Verfassung von 1949 orientiert sich unter anderem am deutschen Grundgesetz und schreibt die klassische Aufgabenteilung zwischen Staatsoberhaupt, Parlament und Regierung fest. Ungarn ist eine parlamentarische Demokratie mit nur einer Kammer. Das Parlament wählt den Staatspräsidenten, der als Staatsoberhaupt im Wesentlichen repräsentative Funktionen innehat.

Die Regierung ist dem Parlament verantwortlich und wird vom Ministerpräsidenten geleitet. Bei den Parlamentswahlen 2002 übernahm die Koalition aus Sozialisten und Liberalen mit knapper Mehrheit die Macht im Land. Ministerpräsident ist der parteilose Peter Medgyessy. Das Parlament wählte 2001 den parteilosen Professor Ferenc Mádl zum Staatspräsidenten.

 

Die große Mehrheit der Bevölkerung sind Ungarn (90%). Dazu kommen verschiedene Minderheiten, bei denen die Roma (4%) und Deutschen (2,5%) die größten Gruppen bilden. Die meisten Ungarn sind römisch-katholisch (52%), danach kommen Calvinisten (16%) und Konfessionslose (14%).

 

Ungarn sind stolz auf ihre lange Geschichte und ihr kulturelles Erbe, zu dem vor allem die Sprache gehört. Sie ist finno-ugrischen und nicht, wie die meisten anderen europäischen Sprachen, indogermanischen Ursprungs. Man schätzt in Ungarn Werte wie: Unabhängigkeit, einen guten Familiezusammenhalt, Bildung, Sicherheit, Eigentum und Reisen ins Ausland. Professionalität und Perfektion besitzen einen hohen Stellenwert.

 

Die Gleichstellung der Frauen in der ungarischen Gesellschaft ist noch nicht gewährleistet, jedoch unternimmt die Regierung Anstrengungen, diesen Missstand zu beheben. Für Frauen herrschen nicht dieselben Aufstiegschancen und Verdienstmöglichkeiten – was allerdings in der Mehrheit der anderen europäischen Staaten auch nicht gegeben ist.

Auch wenn die öffentliche Diskussion um die Gleichberechtigung der Homosexuellen noch nicht weit entwickelt ist, zeichnet sich das Verhältnis der Gesellschaft zu Homosexuellen durch zunehmende Toleranz aus.


 

Wirtschaft

Die seit Jahren stabil wachsende ungarische Wirtschaft stützt sich zum überwiegenden Teil auf den Dienstleistungssektor, der etwa 66% des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet. Die Industrie trägt zu etwa 30% bei, während die Landwirtschaft gerade noch 4% ausmacht.

Die Wirtschaft in Ungarn ist mit einer Quote von 65% sehr stark exportorientiert. Insbesondere schlagen Ausfuhren des Maschinenbaus und der Fahrzeugindustrie dabei zu Buche. Hierbei wird ein großer Teil der Wirtschaftsleistung von ausländischen Unternehmen getätigt, die Ungarn als Produktionsstandort wahrnehmen.


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