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INDEX

Steckbrief

Reiseziel Ukraine

Landeskunde Ukraine

(Glossar)

 


STECKBRIEF

Fläche

603.700 Quadratkilometer

Einwohner

45,7 Millionen (Juli 2009)

Hauptstadt

Kiew (2,7 Millionen Einwohner, 2007)

Amtssprache

Ukrainisch (weitere Sprachen: Russisch 24 %, Roma, Polnisch und Ungarisch)

BIP (kaufkraftbereinigt) je Einwohner

6.900$ (2008)

Bevölkerungswachstum

-0,63% (2009)

Lebenserwartung

68,2 Jahre (Männer: 62,3 Jahre, Frauen: 74,5 Jahre) (2009)

Säuglingssterblichkeit

9 pro 1000 Lebendgeburten (2009)

Analphabetenrate

0,5% (2007)

 


REISEZIEL UKRAINE

Tourismus

Laut UNWTO wurden im Jahr 2005 rund 2,5 Milliarden Euro im Tourismus umgesetzt. Die Westukraine, konkret die Karpaten, ist neben der Halbinsel Krim das wichtigste Fremdenverkehrsgebiet der Ukraine. Derzeit entstehen hier Wintersportzentren und neue Heilbäder. Die traditionsreichen Thermen und Sanatorien aus dem 19. Jahrhundert sind jedoch noch nicht ausreichend für die touristische Nutzung renoviert.


 

Kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus

Die Ukraine ist ein Ursprungsland für den organisierten Menschenhandel von Frauen und in zunehmendem Maße auch von Kindern. Ebenfalls dient sie als Transitland für Menschen aus asiatischen Ländern und Moldawien zum Weitertransport in westliche Staaten. Touristen aus westlichen Staaten, die in die Ukraine reisen mit dem Ziel pädo-sexuell motivierte Straftaten zu begehen, sind selten. Dennoch müssen Straßenkinder in der sexuellen Ausbeutung arbeiten, einige jünger als sieben Jahre, um ihr Überleben zu sichern. Oftmals werden sie direkt von Zuhältern hierzu gezwungen.

Nichtregierungsorganisation fordern von der ukrainischen Regierung Maßnahmen wie juristische Reformen, Aufmerksamkeitskampagnen und Polizeitrainings  sowie weitere Anstrengungen in diese Richtung.


 

Recht

Die juristische Verfolgung von Straftätern im Zusammenhang mit Kindesmissbrauch ist in der Ukraine nur unzureichend umgesetzt. Sind die Straftäter Ausländer, können sie aber oftmals in ihren Heimatländern verfolgt werden. Die Ukraine ratifizierte die UN-Kinderrechtskonvention im September 1991, im August 2003 folgte das Zusatzprotokoll zu Kinderhandel, Kinderprostitution und Kinderpornographie.


 

HIV/ Aids

Nach Schätzungen von UNAIDS und der World Health Organization waren im Jahr 2007 etwa 440.000 Menschen in der Ukraine mit HIV infiziert, darunter 190.000 Frauen und 5.100 Kinder. Die Zahl der infizierten Kinder hat sich von 2001 auf 2007 somit verfünffacht. Im Jahr 2007 sind 19.000 Ukrainer an den Folgen von HIV gestorben. Mit einem Prozent der Gesamtbevölkerung (1,4 % der 15-49jährigen) hat die Ukraine die höchste Prävalenzrate der hier aufgeführten europäischen Länder. Die Zahl der Neuinfektionen ist groß (von 2001 auf 2007 um 230.000). Besonders dramatisch ist die Zahl der neuinfizierten Kinder gestiegen (von 2001 auf 2007 um 4.000). Durch vermehrte Zwangsprostitution ist zu befürchten, dass die Zahl der HIV-Infizierten weiter steigen wird.


 

Kontakte vor Ort

 

International women's rights centre "La Strada-Ukraine"

PO Box 246

01030 Kyiv, Ukraine

Phone/Fax: +380 44 224-04-46

Email: lastrada@ukrpack.net

Website: http://www.brama.com/lastrada

 

UNICEF - Ukraine

Klovsky Uziz 1

01021 Kiev, Ukraine

Phone: +380 44 230 25 14

Fax: +380 44 230 25 06

Email: kiev@unicef.org

 

 


LANDESKUNDE UKRAINE

Geschichte

Im 9. Jahrhundert bildeten slawische Völker unter Einfluss der skandinavischen Waräger ein Großreich mit Zentrum in Kiew: die „Kiewer Rus“. Das Herrschaftsgebiet ist der mittelalterliche Vorläuferstaat Russlands, Weißrusslands und der Ukraine.

Mongolen eroberten die Kiewer Rus im 13. Jahrhundert und herrschten über weite Teile des Gebiets rund zweihundert Jahre. Das Zentrum der Rus wurde nach Norden verlagert, wodurch sich die Ukraine bald in einer Randlage befand (ukraina=Grenzland). Die Ukraine gelangte als Konsequenz der Zerschlagung der Kiewer Rus unter wechselnde Herrschaft: Während der Westen an Litauen überging, bildete sich im Süden das eigenständige Krim-Khanat und späterer Kosakenstaat, der jedoch im Laufe der Jahrhunderte von Russland abhängig wurde und 1796 in einem russischen Gouvernement aufging. Der Westen des Landes (Galizien) gelangte zur selben Zeit an Österreich.

Erst 1917 wird die souveräne Geschichte der Ukraine mit der ukrainischen Unabhängigkeitserklärung fortgeschrieben. Das Land wurde jedoch wenig später im Ersten Weltkrieg von deutschen Truppen besetzt und nach Ende des Kriegs und dem anschließenden Bürgerkrieg, 1919 zu einer Sowjetrepublik und 1922 Teil der neu gegründeten Sowjetunion.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebiet wieder von deutschen Truppen besetzt, um nach Ende des Kriegs erneut Teil der Sowjetunion zu werden.

Während des Kalten Krieges kam es in Tschernobyl im Norden des Landes 1986 zur atomaren Katastrophe in einem Kernkraftwerk, wodurch große Teile der Ukraine und Europas nuklear verseucht wurden. Auch heute noch verhindert die radioaktive Belastung in weiten Teilen eine landwirtschaftliche Nutzung.

Als sich die Sowjetunion auflöste, erlangte die Ukraine erneut ihre Unabhängigkeit und versucht seitdem einen Ausgleich zwischen Russland und dem Westen zu finden.


 

Staat und Gesellschaft

Das durch die Verfassung von 1996 beschriebene Staatssystem setzt eine präsidiale Republik mit Gewaltenteilung fest. Herausragende Befugnisse besitzt der für fünf Jahre vom Volk direkt gewählte Präsident. Das Land mit 27 Verwaltungseinheiten wird zentralistisch regiert. Eine Ausnahme bildet die Krim, die 1954 der Ukraine von Chruschtschow zum Geschenk gemacht wurde und heute einen autonomen Status hat.

 

In der Ukraine leben rund 100 unterschiedliche Nationalitäten, wobei die Russen mit 17% die bedeutendste Minderheit bilden, gefolgt von den Weißrussen mit 0,6%. Die Ukrainer stellen mit 78% die herausragende Mehrheit. Die dominierende Glaubensrichtung in der Ukraine stellen die orthodoxen Kirchen, während jedoch zwischen der Russisch-Orthodoxen und der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche ein Streit um Legitimitätsansprüche herrscht. Neben den beiden orthodoxen Kirchen existieren noch Anhänger des griechisch-katholischen, römisch-katholischen, lutherischen und islamischen Glaubens.

In der Ukraine herrscht eine latente Ost-West-Spaltung der Bevölkerung. Während der vormals von Österreich-Ungarn beherrschte Westen sich wieder mehr in Richtung Europa orientiert, fühlt sich der ehemals zum Zarenreich gehörende Osten Russland verbunden. Dieses Zerwürfnis trat besonders deutlich bei den Wahlen im November 2004 zu Tage, als ein tiefer Riss zwischen den Anhängern des Oppositionskandidaten und den Unterstützern der Regierung ging.

 

In Fragen der Menschenrechte existieren weiterhin Missstände. Besondere Beachtung verdienen die z.T. menschenunwürdigen Bedingungen in Strafanstalten, aber auch in Kinderheimen und psychiatrischen Einrichtungen.

Ein weiteres Problem ist die Lage der Medien in der Ukraine. Es gibt keine redaktionelle Unabhängigkeit und die meisten Medien befinden sich in Abhängigkeit von Interessensgruppen.

 

Trotz einer Erholung der wirtschaftlichen Situation in der Ukraine, gibt es auch zahlreiche Verlierer des Umbildungsprozesses vom Sowjetstaat in eine moderne Republik. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung und mehr als 80 Prozent der Rentner leben in extremer Armut. Die Folgen der Armut sind unübersehbar: Tausende von alten Menschen und sozial schwachen Familien leben in Wohnungen ohne Strom, Gas und Heizung, weil sie die Kosten nicht decken können. Durch die schwierigen Lebensverhältnisse, Alkoholismus und häusliche Gewalt brechen immer mehr Familien auseinander. Zu den Verlierern gehören oftmals die Kinder. Sie landen in großer Zahl in staatlichen Einrichtungen. Die offiziellen Zahlen berichten von 106.000 Kindern, im Alter von vier bis sechzehn Jahren, die in Waisenhäusern oder Kinderheimen leben. Weitere 50.000 sind ganz ohne eine Bleibe, dazu kommen 9.100 körperlich oder geistig behinderte Kinder in 58 speziellen Einrichtungen, oftmals weil sie von ihren Eltern ausgesetzt wurden.

Das Sozialsystem der Ukraine ist nicht in der Lage, die Häuser zu unterhalten. Die geringen Mittel fließen hauptsächlich in die spärliche Ernährung der Kinder, für Spielzeug, Bettwäsche, Hygienemittel oder Kleidung bleibt selten etwas über.


 

Wirtschaft

Nach zum Teil erheblichen Schwierigkeiten bei der Transformation der kommunistischen Planwirtschaft zur Marktwirtschaft, weist die Ukraine mittlerweile positive wirtschaftliche Kennzahlen auf. Das Wirtschaftswachstum liegt 2004 wieder über 8%, jedoch ist auch die Inflationsrate mit 6% noch relativ hoch. Dennoch führte ein Anstieg der Gehälter (2003 um 13%) zur spürbaren Verbesserung der Lebensverhältnisse.

Als ehemalige „Kornkammer“ des Sowjetreichs, baut die Wirtschaft noch immer zu einem großen Teil auf den Agrarsektor. Die radioaktive Verseuchung des Nordens und zunehmende Versteppung der Landschaft, bereiten jedoch Probleme. Weitere wichtige Wirtschaftszweige sind der Bergbau, der Maschinen- und Schiffbau sowie die Herstellung von Elektrogeräten.


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