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INDEX

Steckbrief

Reiseziel Tschechien

Landeskunde Tschechien

(Glossar)

 


STECKBRIEF

Fläche

78.866 km²

Einwohner

10.21 Millionen (2009)

Hauptstadt

Prag (1,2 Millionen Einwohner 2008)

Amtssprache

Tschechisch (weitere Sprachen: Slowakisch 2%)

BIP (kaufkraftbereinigt) je Einwohner

26.100 US$ (2008)

Bevölkerungswachstum pro Jahr

-0,09% (2009)

Lebenserwartung

76,8 Jahre (Männer: 73,5 Jahre, Frauen 80,3 Jahre) (2009)

Säuglingssterblichkeit

3,8 pro 1000 Lebendgeburten (2009)

Analphabetenrate

1 % (2003)

 


REISEZIEL TSCHECHIEN

Tourismus

Der Tourismus ist für Tschechien sehr wichtig. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg gehörten die tschechischen Heilbäder zu den bekanntesten in Europa. In Karlsbad, Marienbad und anderen Kurorten traf sich die europäische Elite aus Politik, Kunst- und Finanzwelt. Heute nimmt das Interesse an den tschechischen Bädern wieder zu. Tschechiens Hauptstadt Prag ist eines der begehrtesten Reiseziele Europas. Beliebt sind auch Wandern und Wintersport zum Beispiel im Riesengebirge.

Laut UNWTO wurden im Jahr 2005 rund 3,7 Milliarden Euro bei rund 4,8 Millionen Gästen im Tourismus umgesetzt. Viele Besucher sind Kurzurlauber aus Deutschland. Die Einkünfte aus dem Tourismus machen circa 5% des Bruttoinlandsprodukts aus.


 

Kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus

Tschechien entwickelte sich in den letzten Jahren zu einem Hauptreiseziel pädo-sexueller Straftäter und besitzt diesbezüglich bereits eine traurige Berühmtheit. Zwar sind nach Anstrengungen der letzten Jahre die Zustände in vielen Grenzregionen nicht mehr so erschütternd wie noch Ende der Neunziger Jahre, doch hat sich das Problem vielfach nur verlagert.

In der Tschechischen Republik ist seit etwa 1997 an der Grenze zu Deutschland eine gravierende Zunahme von sexueller Ausbeutung von Kindern auch zur Produktion von Kinderpornographie zu beobachten. Während die Täter zu großen Teilen aus Deutschland kommen, stammen die Jungen und Mädchen vorwiegend aus sozial benachteiligten Familien und sind Angehörige der Roma. Opfer der Zwangsprostitution sind sogar Kleinkinder, manchmal kaum ein Jahr alt.

Häufig sind die Zuhälter der Kinder Familienmitglieder, und der Missbrauch geschieht in der privaten Sphäre. Schätzungen zufolge arbeiten 20.000 Frauen und Kinder unfreiwillig in der Prostitution.

 

Da deutsche Touristen bereit sind, die doppelte Rate für ungeschützten Geschlechtsverkehr zu bezahlen, sind Schwangerschaften auch bei sehr jungen Mädchen keine Seltenheit. Während einer Schwangerschaft müssen sie die Prostitution in der Regel fortsetzen.

Einer Untersuchung von UNICEF zufolge gibt es auch eindeutige Hinweise auf organisierten Kinderhandel über Tschechien als Transitland. Kinder aus der gesamten Tschechischen Republik, aus der Slowakei, Ukraine, Litauen und Weißrussland würden in die deutsch-tschechische Grenzregion gebracht und von dort aus auch nach Deutschland verkauft -  mit dem Ziel der Zwangsprostitution.


 

Recht

Tschechien hat die UN Konvention über die Kinderrechte 1993 ratifiziert. Jeder sexuelle Kontakt von Erwachsenen mit Kindern unter 15 Jahren ist gesetzlich verboten, die tschechische Polizei verstärkte die Kontrollen und setzte Ausgangssperren durch. In einem gemeinsamen Projekt der Deutschen Bundesregierung und der Bundesländer Bayern und Sachsen mit örtlichen Nichtregierungsorganisationen wird versucht, Öffentlichkeit und Touristen für das Thema zu sensibilisieren sowie potentielle Täter abzuschrecken. Darüber hinaus wird die Polizeiarbeit zwischen Deutschland und Tschechien zunehmend stärker aufeinander abgestimmt.


 

HIV/ Aids

Nach Schätzungen von UNAIDS und der World Health Organization waren im Jahr 2007 etwa 1.500 Menschen in Tschechien mit HIV infiziert, darunter weniger als 500 Frauen. Wieviele Kinder mit HIV infiziert sind, konnte nicht geschätzt werden. Im selben Jahr sind weniger als 100 Tschechen an den Folgen von HIV gestorben.


 

Kontakte vor Ort

 

Defence for Children International - Czech Republic

Senovazne nam. 24

CZ-116 47 Praha 1

Praha, Czech Republic

Phone: +420 234 621 374

Fax: +420 621 374

Email: dci.praha@seznam.cz

 

Nadace Naše díte

Ústavní 91

181 00 Praha 8, Czech Republic

Phone: +420 266 727 999/945

Fax: +420 266 727 911

Email: z.baudysova@nasedite.cz

Website: http://www.nasedite.cz/

 

 


LANDESKUNDE TSCHECHIEN

Geschichte

Die Geschichte Tschechiens ist streng genommen die Geschichte Böhmens, Mährens und Schlesiens. Diese so genannten "Böhmischen Kronländer" gehörten im Mittelalter zum Zentrum europäischer Kultur, wurden aber mit der Zeit zunehmend geschwächt. Hierdurch gewann das Haus der Habsburger, ergo Österreich, zunehmend an Einfluss über diese Gebiete, die dann auch bis nach dem Ersten Weltkrieg 1918 Bestandteil von Österreich-Ungarn waren.

Einer kurzen Zeit der Unabhängigkeit zwischen den beiden Weltkriegen folgte erst die Besatzung durch die Deutschen und später die Zwangseingliederung in den sowjetischen Machtblock. Nach dem Zusammenbruch und der „Samtenen Revolution“ im Land, blieb Tschechien zunächst mit der Slowakei in einem Föderalstaat verbunden. Dieser Staatenbund löste sich jedoch bald. 1993 wurde die Tschechische Republik, neben der Slowakei, als Nachfolgestaat der Tschechoslowakei gegründet. 2003 folgte die Unterzeichnung der EU-Beitrittserklärung in Athen, ein Jahr später gehörte der Staat zur EU.


 

Staat und Gesellschaft

Seit der Trennung von der Slowakei im Jahre 1993 ist Tschechien eine parlamentarische Republik mit einem Zweikammerparlament. Im Repräsentantenhaus sitzen 200 Abgeordnete, die alle vier Jahre neu gewählt werden. Den Senat bilden 81 Abgeordnete, die alle fünf Jahre zur Wahl stehen.

In Tschechien gibt es keine Staatsreligion. 40 Prozent der Tschechen bezeichnen sich als Atheisten, weitere 40 Prozent sind römisch-katholisch, 13 Prozent Moravianer und 5 Prozent protestantisch. Die Bevölkerung besteht zu 81 Prozent aus Tschechen. Bedeutende Minderheiten sind Mähren und Schlesier mit 3,7%, 3% Roma und Slowaken mit 2%.

 

Gesetzlich sind Frauen und Männer gleichgestellt. Wie in vielen anderen Ländern sind Frauen dennoch benachteiligt. Sie arbeiten häufiger in Teilzeit als Männer und verdienen rund ein Drittel weniger als ihre männlichen Kollegen. Zudem sind Frauen, wie in vielen anderen europäischen Staaten, tendenziell noch immer für den Haushalt zuständig.

 

Im Vorfeld des EU-Beitritts wurde die Lage der Roma in Tschechien kritisiert. Auch wenn nach offiziellen Angaben nur 12.000 Roma in Tschechien leben, sind es inoffiziellen Schätzungen zufolge bis zu 300.000 - was etwa 3% der Bevölkerung entspricht. Aus Furcht vor Diskriminierungen bekennen sie sich vielfach zur tschechischen Nationalität. Ghettoisierung, mangelnde Ausbildung und hohe Arbeitslosigkeit vor allem aufgrund ungenügender Sprachkenntnisse führen auch heute noch zu einer sozialen Ausgrenzung der Roma aus der tschechischen Gesellschaft.


 

Wirtschaft

Zwischen den beiden Weltkriegen gehörte die Tschechoslowakei zu den zehn am meisten industrialisierten Staaten der Welt. Auch heute sind noch über 40% der Bevölkerung in der Industrie beschäftigt. Die Landwirtschaft spielt eher eine geringe Rolle, lediglich 4,6% der Bevölkerung sind im Agrarbereich tätig. Wichtigste Industriebranchen sind Fahrzeug- und Maschinenbau (Skoda- Werk), Rohstoff- und Metallindustrie. Bekannte Traditionsexportgüter sind Kristall, Keramik und Bier aus den Regionen Pilsen und Budweis.

Tschechien ist auf den Import der Energieträger Erdöl und Erdgas angewiesen, da lediglich Braun- und Steinkohle in größeren Mengen abgebaut werden. Die starke Nutzung von Braunkohle hat in Tschechien zu großen Waldschäden beigetragen. Europaweit sind Tschechiens Wälder mit am stärksten belastet. Mehr als 20% des Energiebedarfs wird durch Atomstrom gedeckt. Tschechien besitzt zwei Kernkraftwerke, plant jedoch einen Ausbau dieser Art der Stromerzeugung.

Sicherheitstechnische Probleme beim grenznahen Atomkraftwerk Temelin haben zu Beunruhigung und Protest seitens der bayerischen und österreichischen Nachbarn geführt. Österreich forderte das Abstellen des Kraftwerks als Voraussetzung für den tschechischen EU-Beitritt. In einer von der EU- Kommission angestrengten Vereinbarung willigte Tschechien schließlich ein, den Sicherheitsstandard des Kernkraftwerks zu verbessern.

 

Tschechien hatte Ende der 90er Jahre unter einer Rezession zu leiden, das Wirtschaftswachstum nimmt aber seit 2000 wieder zu – in 2003 um 3,1%.


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