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INDEX

Steckbrief

Reiseziel Russland

Landeskunde Russland

(Glossar)

 


STECKBRIEF

Fläche

17.075.200 Quadratkilometer

Einwohner

140 Millionen (Juli 2009)

Hauptstadt

Moskau (10,5 Millionen Einwohner 2008)

Amtssprache

Russisch

BIP (kaufkraftbereinigt) Einwohner

15.800 US$ (2008)

Bevölkerungswachstum

-0,47 % (2009)

Lebenserwartung

66 Jahre (Männer: 59,3 Jahre, Frauen: 73,1) (2009)

Säuglingssterblichkeit

10,6 pro 1000 Lebendgeburten (2009)

Analphabetenrate

0,5 % (2007)


REISEZIEL RUSSISCHE FÖDERATION

Tourismus

Der Tourismus hat in Russland noch nicht den von der Regierung gewünschten Stellenwert. Laut UNWTO wurden im Jahr 2005 rund 4,4 Milliarden Euro bei rund 20 Millionen Gästen im Tourismus umgesetzt. Zwei Drittel der Besucher kamen aus den ehemaligen Sowjetrepubliken. Der vom russischen Ministerium gewünschten Erhöhung der Zahl ausländischer Besucher stehen bisher Schwierigkeiten bei der Visumgewährung und fehlende Hotels bzw. Dienstleistungen entgegen. Außerdem gilt Moskau als die teuerste und größte, aber auch dreckigste Stadt Europas.


 

Kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus

Obwohl dem Tourismus in Russland bislang keine große Bedeutung zukommt, stellt die sexuelle Ausbeutung von Kindern durch Ausländer ein großes und zunehmendes Problem dar. Schätzungen gehen davon aus, dass allein im Raum Moskau 20.000 bis 30.000 Kinder Opfer von Prostitution sind. Die sexuelle Ausbeutung der Kinder ist fest in der Hand der organisierten Kriminalität. Befindet sich ein Kind einmal in der Prostitution, wird es sofort durch die Mafia beherrscht und hat kaum Chancen, dieser Kontrolle jemals zu entgehen. Achtjährige Opfer sind keine Seltenheit. Oftmals erleiden Straßenkinder diese Schicksale, da sie häufig direkt gezwungen oder durch pure Not in die Prostitution getrieben werden. Oft soll Drogenkonsum das erlittene Leid lindern, jedoch zwingt die Finanzierung der Sucht weiter zur Prostitution. Manche Erwachsene nutzen die Notlage der Kinder aus und bieten ihnen ein Dach über dem Kopf an, das dann mit sexuellen Dienstleistungen vergolten werden muss.

 

Russische Kinder und Frauen werden zudem in großer Zahl in andere Länder geschleppt, dort zur Prostitution gezwungen und sexuell ausgebeutet. Kriminelle Gruppen verdienen jährlich um die sieben Milliarden US-$, indem sie ausländische Bordelle mit russischen Frauen beliefern. Schätzungen gehen davon aus, dass Menschenhändler etwa 1 Million Russen ins Ausland geschleppt haben, die dort sexuell ausgebeutet werden.

 

Eine starke Zunahme wurde bei der sexuellen Ausbeutung von Kindern für die Produktion von Pornofilmen festgestellt, die unter anderem über das Internet vertrieben werden. Nach Berichten von Nachrichtenmagazinen wie dem deutschen Spiegel Online sinken seit Anfang der neunziger Jahre die Hemmschwellen, sowohl was das Ausmaß der Gewalt angeht, als auch in Bezug auf das Alter der Kinder.


 

Recht

Russland hat die UN-Konvention über die Rechte des Kindes am 17. August 1990 ratifiziert und sich verpflichtet, Kinder vor allen Formen sexueller Ausbeutung zu schützen. Sexuelle Handlungen an Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren werden mit Gefängnisstrafen von vier bis zehn Jahren bestraft, sexuelle Handlungen an unter 14 Jährigen mit acht bis 15 Jahren Gefängnis.


 

HIV/ Aids

Nach Schätzungen von UNAIDS und der World Health Organization waren im Jahr 2007 etwa 940.000 Menschen in Russland mit HIV infiziert, darunter 240.000 Frauen. Wieviele Kinder mit HIV infiziert sind, konnte nicht geschätzt werden. Im selben Jahr sind 35.000 Russen an den Folgen von HIV gestorben. Es sind 0,7 % der Gesamtbevölkerung (1,1 % der 15-49jährigen) mit HIV infiziert. Damit hat Russland eine der höchsten Prävalenzraten in Europa. Die Zahl der Neuinfektionen stieg in den letzten Jahren (von 2003 auf 2005 um 140.000) in einem erschreckenden Ausmaß an – bis dahin verzeichnete Russland die höchsten HIV-Zuwachsraten weltweit. Ein besonders starker Anstieg war bei Kindern zu beobachten. Von 2005 bis 2007 stagnierte die Zahl der mit HIV infizierten Russen, HIV bleibt ein großes Problem in Russland.


 

Kontakte vor Ort

 

 

MIRAMED INSTITUTE - MOSCOW

Koteinicheskaya Naberezhnaya 1/15

Korpus “B”, Apartment 52

Moscow 109240 Russia

Phone/Fax: +495 915-46-14

Email: vsuprunov@miramed.org

Website: http://www.miramedinstitute.org

 

stellit

190020, Russia, St.Petersburg,

Bumazhnaja str. 9

office 617

Telefon: +7 (812) 445 2893

Fax: +7 (812) 445 2894

Email: info@ngostellit.ru

Website: http://www.ngostellit.ru

 


LANDESKUNDE RUSSISCHE FÖDERATION

Geschichte

Wie auch Weißrussland und die Ukraine, ist Russland ein Nachfolgestaat der Kiewer Rus, eines slawischen, frühmittelalterlichen Großreichs mit Kiew als Zentrum. Im 12. Jahrhundert ermöglichte der Zerfall und Streit innerhalb der Kiewer Rus den Mongolen die Besetzung großer Teile des Gebiets. Erst gegen Ende des 15. Jahrhunderts gelang es den Russen endgültig, die mongolische Fremdherrschaft zu beenden. In den folgenden Jahrhunderten erfuhr das russische Reich eine Ausdehnung von der Ostsee bis zum Pazifik. Nach der Niederlage der napoleonischen Truppen in Russland, galt das Land als führende Macht in Europa. Im Laufe des 19. Jahrhunderts verlor Russland diese Position jedoch bald und geriet im Vergleich zu den westeuropäischen Großmächten immer weiter ins Hintertreffen, was auch die Lebensbedingung der Bevölkerung verschlechterte.

Der Erste Weltkrieg verschärfte die Situation in Russland. Eine schlechte Versorgungslage und die damit einhergehende Unzufriedenheit der Bevölkerung bildeten mit der fallenden Moral der Soldaten den Boden für die Revolution 1917. Der Zar wurde zum Abdanken gezwungen und eine bürgerliche Regierung übernahm die Macht. Noch im selben Jahr läutete die von kommunistischer Seite initiierte Oktoberrevolution einen fünf Jahre währenden Bürgerkrieg ein, der mit der Gründung der Sowjetunion 1922 zugunsten der Kommunisten entschieden wurde. Nach dem Tod Lenins 1924 setzte sich Stalin als neuer Machthaber im Sowjetreich durch. Seine Herrschaft war geprägt von Terror, der Millionen Menschen das Leben kostete. Während des Zweiten Weltkriegs waren Gebiete Russlands, Weißrusslands und der Ukraine Hauptkriegsschauplätze und hatten im Besonderen unter den Folgen der deutschen Besatzung zu leiden.

Ende der 1980er Jahre geriet die Sowjetunion und mit ihr der gesamte Ostblock in eine immer tiefere wirtschaftliche Krise, in dessen Folge z.T. gravierende Versorgungsengpässe auftraten. Am Ende dieser Entwicklung folgte die Abspaltung zahlreicher Sowjetrepubliken, so dass 1991 die offizielle Auflösung des Reiches beschlossen wurde. Die Russische Föderation trat die Rechtsnachfolge der Sowjetunion an.


 

Staat und Gesellschaft

In der russischen Föderation sind 21 ehemalige Sowjetrepubliken zusammengefasst. Der Präsident ist gleichzeitig auch Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Er wird für jeweils vier Jahre direkt gewählt, ernennt den Ministerpräsidenten, die wichtigsten Minister und kann Dekrete mit Gesetzeskraft erlassen. Das Wahlrecht haben alle Bürger ab 18 Jahre. Die Regierung besteht aus einem Zwei-Kammer-Parlament mit der Staatsduma (450 Abgeordnete) und dem Föderationsrat (178 Abgeordnete, jeweils 2 Vertreter pro Territorium).

 

Mit mehr als 100 verschiedenen Nationalitäten ist Russland einer der größten multinationalen Staaten der Welt. Etwa 80 Prozent der Bevölkerung sind Russen, 4% Tataren und 2% Ukrainer. Alle anderen Gruppen haben einen Anteil von weniger als einem Prozent an der Gesamtbevölkerung. Neben der russischen gibt es 100 weitere Sprachen der einzelnen Gruppen. 72 Prozent der russischen Bevölkerung sind russisch-orthodox, zehn Prozent Muslime. Es gibt eine Reihe weiterer Glaubensgemeinschaften, die aber einen Anteil von weniger als einem Prozent an der Gesamtbevölkerung ausmachen.

 

Hohe Arbeitslosigkeit und fehlende Perspektiven belasten große Teile der Bevölkerung.  Die sozialen Folgen lassen  sich unter anderem an  hohen Scheidungsraten und Gewalt in der Familie ablesen – 83 von 100 Ehen werden in Russland geschieden, 60 Prozent der Kinder erleiden familiäre Gewalt. Die Antwort auf Probleme in der Familie ist häufig die Unterbringung der Kinder in staatlichen Einrichtungen, die sich oft in desolatem Zustand befinden. Eine Tendenz, die wegen mangelhafter präventiver Sozialarbeit nicht abgefedert wird.

Der ökonomische Niedergang der letzten Jahre hat die Frauen ganz besonders hart getroffen – Frauen stellen 70 Prozent der offiziell arbeitslos Gemeldeten und erhalten für die gleiche Arbeit etwa 30 Prozent weniger Gehalt als ihre männlichen Kollegen. Viele Frauen sehen in der Prostitution die einzige Möglichkeit, den Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder zu erwirtschaften.

 

In familiärer Gewalt und fehlender Bindungen zu den Elternhäusern liegt die Hauptursache dafür, dass jährlich 50.000 Kinder auf die Straße fliehen. Nach offiziellen Erhebungen leben 150.000 Kinder in Russland momentan auf der Straße, Hilfsorganisationen schätzen die Zahl jedoch auf ein Vielfaches. Zahlreiche Kinder  werden sexuelle ausgebeutet und suchen Zuflucht in Drogen, wodurch sich bereits viele Straßenkinder mit HIV infiziert haben.


 

Wirtschaft

Trotz enormer Reserven an Bodenschätzen kämpft Russland heute mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Etwa 20 Millionen Russen leben 2004 unter dem festgeschriebenen Existenzminimum von 2143 Rubel (70 EUR) im Monat. Das von der Regierung festgesetzte Minimum sei aber sehr knapp bemessen. Über eine Dekade nach dem Ende der Sowjetunion ist Russland konfrontiert mit sozialen, rechtlichen, strukturellen, militärischen und ökologischen Problemen, mit Auseinandersetzungen zwischen Parteien, Schwierigkeiten beim Übergang zur Marktwirtschaft, Inflation, Arbeitslosigkeit und steigenden Preisen, mit Wohnungsnot, organisierter Kriminalität und Korruption.

Nachdem in den letzten Jahren wichtige Reformen auf den Weg gebracht wurden, bessern sich die Rahmenbedingungen und die Wirtschaft wächst wieder (2003 um ca. 7%).


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