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Länderinformation Rumänien





INDEX

Steckbrief

Reiseziel Rumänien

Landeskunde Rumänien

(Glossar)

 


STECKBRIEF

Fläche

237.500 Quadratkilometer

Einwohner

22,22 Millionen (Juli 2009)

Hauptstadt

Bukarest (1,9 Millionen Einwohner 2007)

Amtssprache

Rumänisch (weitere Sprachen: Ungarisch 6,7 % und Roma 1,1 %)

BIP (kaufkraftbereinigt) je Einwohner

12.200 $ (2008)

Bevölkerungswachstum

-0,15% (2009)

Lebenserwartung

72,5 Jahre (Männer: 69 Jahre, Frauen: 76,2 Jahre) (2009)

Säuglingssterblichkeit

22,9 pro 1000 Lebendgeburten (2009)

Analphabetenrate

3 % (2007)

 

 


REISEZIEL RUMÄNIEN

Tourismus

Der Massentourismus hat Rumänien noch nicht richtig entdeckt. Das Land bietet aber insbesondere für Individualreisende eine große Vielfalt an Reisezielen. Von Gebirgswanderungen in menschenleerer Natur, Reisen zu den zahlreichen Klöstern und Wehrburgen bis zur Erholung an den Schwarzmeerstränden hat Rumänien alles zu bieten.

Laut UNWTO wurden im Jahr 2005 rund 845 Millionen Euro bei rund 1,4 Millionen Gästen im Tourismus umgesetzt. Dem Fremdenverkehr kommt erst allmählich eine gewisse Bedeutung zu, er besitzt jedoch ein sehr großes Wachstumspotential. In Europa hatte Rumänien von 2004 auf 2005 das höchste Wachstum. Die Einnahmen aus dem Tourismus hatten sich mehr als verdoppelt.


 

Kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus

Rumänien, und hier vornehmlich Bukarest, ist eines der europäischen Hauptreiseländer für pädo-sexuelle Straftäter. Insbesondere Straßenkinder sind ihre Opfer. Es wird davon ausgegangen, dass fünf Prozent der heimatlosen Kinder in Rumänien in die sexuelle Ausbeutung gezwungen  werden.Als Reaktion sind in letzter Zeit aber zunehmend Verhaftungen und mehrjährige Verurteilungen ausländischer Straftäter in Rumänien zu verzeichnen.

Der Handel mit Frauen und Kindern zwecks sexueller Ausbeutung ist nach wie vor ein ernsthaftes Problem im Land. Das im Jahr 2001 verabschiedete Gesetz zur Bekämpfung des Menschenhandels führte in den ersten Jahren zu keinen nennenswerten Verbesserungen. Frauen und Kinder werden aus Rumänien in verschiedene Länder West- und Osteuropas verschleppt, um dort sexuell ausgebeutet zu werden. Gerade Straßenkinder werden schnell Opfer der falschen Versprechen von Menschenhändlern. In letzter Zeit wird verstärkt beobachtet, dass sie u.a. in Hamburg, Berlin und Amsterdam zur Prostitution gezwungen werden.

Rumänien dient ebenfalls als Transitland zum Weitertransport für Opfer aus zahlreichen anderen Ländern, wie z.B.  der Türkei oder Thailand, in andere europäische Länder.


 

Recht

Der sexuelle Missbrauch von Kindern wird in Rumänien mit Haftstrafen bis zu fünfzehn Jahren geahndet. Rumänien ratifizierte im Oktober 1990 die UN-Kinderrechtskonvention, im Januar 2002 folgte das Zusatzprotokoll zur Ächtung von Kinderprostitution, Kinderhandel und Kinderpornographie.


 

HIV/ Aids

Nach Schätzungen von UNAIDS und der World Health Organization waren im Jahr 2007 etwa 15.000 Menschen in Rumänien mit HIV infiziert, darunter 7.000 Frauen. Wieviele Kinder und Frauen mit HIV infiziert sind, konnte nicht geschätzt werden. In diesem Jahr sind weniger als 1.000 Rumänen an den Folgen von HIV gestorben.


 

Kontakte vor Ort

 

Save the Children Romania

(Organizatia Salvati Copiii )

Intrarea Stefan Furtuna 3

Sector 1

77176 Bucharest, Romania

Phone: +401 2126176

Fax: +401 3124486

Email: rosc@salvaticopiii.ro

Website: http://www.salvaticopiii.ro

 

South East European Child Rights Action Network

(SEECRAN)

Metelkova 6,

1000 Ljubljana, Slovenia

Phone: +386 1 438 5250

Fax: +386 1 432 3383

Email: info@seecran.org

Website: http://www.seecran.org

 


LANDESKUNDE RUMÄNIEN

Geschichte

Die auf dem Gebiet des späteren Rumäniens siedelnden Daker werden 106 n. Chr. in das römische Reich eingegliedert, was die zukünftige kulturelle Richtung Rumäniens stark beeinflusst hat. Dies spiegelt sich auch in dem Landesnamen „Romania“ wider, wurde der Begriff in der Spätantike doch mit dem Römischen Reich gleichgesetzt. Mit der Völkerwanderung zogen sich die Römer aus dem Gebiet zurück, worauf verschiedene Völker in die Gegend gelangten – ab dem 6. Jahrhundert auch slawische Stämme.

Seit dem Beginn des 10. Jahrhunderts erlangten die Ungarn zunehmend an Macht im heutigen Siebenbürgen und begannen mit einer römisch-katholischen Missionierung der meist orthodoxen Rumänen. Im 13. Jahrhundert erhielt Siebenbürgen nach den Wirren der mongolischen Invasion einen quasi-autonomen Status von Ungarn. Gleichzeitig entstanden die Fürstentümer Walachei und Moldau, die aber schon im 14. Jahrhundert dem osmanischen Reich tributpflichtig wurden.

Mitte des 16. Jahrhunderts besiegten die Osmanen Ungarn entscheidend. Siebenbürgen geriet unter osmanische Hoheit, wurde jedoch mit beträchtlicher Autonomie ausgestattet. Moldau und Walachei erging es de facto ebenso. Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts gerieten Ungarn, Siebenbürgen und zeitweise die Walachei dank der zunehmenden Schwäche des Osmanischen Reichs an Österreich. Später folgte ein Teil Moldaus unter dem Namen Bukowina. Das restliche Moldau wurde 1812 unter dem Namen Bessarabien an Russland angegliedert.

1859 wird Alexandru Ioan Cuza zum Fürsten sowohl in der Walachei, als auch in Rumänien gewählt und proklamiert zwei Jahre später den unabhängigen Staat Rumänien.

Im Ersten Weltkrieg auf Seiten der Siegermächte, wurden Bessarabien und Siebenbürgen nach Ende des Krieges dem rumänischen Staat angegliedert.

Im Zweiten Weltkrieg verhält sich Rumänien anfangs neutral. Die Sowjetunion besetzte Bessarabien und Deutschland zwingt den Staat zur Abtretung Siebenbürgens an Ungarn. Nach innenpolitischem Umsturz tritt Rumänien schließlich auf Seiten der Achsenmächte in den Krieg ein. 1944 kommt es erneut zum Staatsstreich, woraufhin Rumänien nun Deutschland den Krieg erklärt. Nach dem Ende des Krieges gerät Rumänien zunehmend unter sowjetischen Einfluss. 1947 wurde die Monarchie abgeschafft und die Wirtschaft verstaatlicht. Nach dem Tode Stalins und der damit einhergehenden Liberalisierung unter Chruschtschow entfernte sich Rumänien zunehmend von der Sowjetunion. Es kam verstärkt zur Annäherung mit China. Dennoch trat das Land im Gründungsjahr des Warschauer Paktes 1955 selbigem bei. Aus Angst der ungarische Aufstand 1956 könnte auch auf Rumänien überspringen ließ Gheorghi-Dej, der damalige Machthaber, sowjetische Truppen ins Land, die sich an der Grenze postierten und bald darauf blutig nach Ungarn einmarschierten. 1965 stirbt Gheorghi-Dej unter ungeklärten Umständen in Moskau und Nicolae Ceauşescu wird sein Nachfolger. Anfangs im In- und Ausland beliebt, zeichnet seine Regentschaft bald Repression und Unterdrückung aus. Mit der Revolution von 1989 wurde Ceauşescu entmachtet und hingerichtet. Bereits wenige Monate später wurden die ersten freien Wahlen abgehalten. Seit 2004 ist Rumänien Mitglied der NATO. Der Beitritt zur Europäischen Union erfolgte zusammen mit Bulgarien am 01. Januar 2007.


 

Staat und Gesellschaft

Mit der von 1991 stammenden Verfassung lehnt sich das rumänische Staatssystem an das französische an. Das Zweikammerparlament der Republik besteht aus Abgeordnetenhaus und Senat, der mit weitgehenden Befugnissen ausgestattete Präsident wird direkt vom Volk gewählt. Die im Dezember 2000 für vier Jahre gewählte Regierung ist durch die sozialdemokratische Partei geprägt. Die Hauptbemühungen der rumänischen Regierung zielen momentan auf den geplanten EU-Beitritt 2007 und die dafür notwendigen Reformen.

Rumänien besitzt eine recht homogene Bevölkerung mit 90% ethnischen Rumänen und ist das einzige romanischsprachige Volk Südosteuropas. Die wichtigsten Minderheiten sind die Ungarn (6,6%) und die Roma (2,5%). Auch bei den Glaubensrichtungen zeigt sich das Bild einheitlich: 87% bekennen sich zum rumänisch-orthodoxen Glauben, weitere 5% sind römisch-katholisch und 1% griechisch-katholisch.

Mit der Industrialisierung in den 60er Jahren hat die Verstädterung stark zugenommen, so dass heute 56% der Bevölkerung in Städten lebt, was im europäischen Vergleich jedoch noch immer ein recht geringer Anteil ist.

Der Minderheitenschutz ist in Rumänien z.T. ungenügend umgesetzt, was insbesondere auf die Roma zutrifft, die in vielen Bereichen der Gesellschaft keine Gleichberechtigung erfahren.

 

Die sozialen Probleme in Rumänien sind groß und finden ihre Ursache hauptsächlich in der großen Armut der Bevölkerung. In dem Land leben über 40% der Menschen unterhalb der Armutsgrenze, weshalb insbesondere kinderreiche Familien schnell zerbrechen - Gewalt in der Familie ist an der Tagesordnung. Jede fünfte Frau erfährt dies am eigenen Leib. Auch Kinder leiden unter der Armut und sind nicht selten die Hauptverlierer dieser Entwicklung. Allein in Bukarest leben über 3000 meist drogenabhängige Straßenkinder.

Die große Armut der Bevölkerung lässt eine medizinische Versorgung oftmals nicht zu. Zudem fehlt für ein passables Gesundheitssystem oder soziale Absicherung dem Staat das Geld.


 

Wirtschaft

Die rumänische Wirtschaft weist trotz schwieriger globaler Vorzeichen ein starkes Wachstum auf. Trotz positiver Gesamtentwicklung besteht aber noch dringender Reformbedarf der Bürokratie und der Wirtschaftsstrukturen, um diesen Trend langfristig zu stärken. Auch die Privatisierung staatlicher Großbetriebe ist bislang nur unzureichend realisiert.

Die Exportindustrie ist das wichtigste Standbein des rumänischen Wirtschaftswachstum. Insbesondere sind hier der Maschinenbau, die Ölindustrie und die Holzindustrie zu nennen. Die zweite Säule des Wachstums ist die Baubranche, die insbesondere vom (z.T. EU-finanzierten) Ausbau der Infrastruktur profitiert.


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