Reisende Reiseindustrie Organisationen Presse Staaten
 
Reiseziele
Europa
Bulgarien
Dänemark
Deutschland
Estland
Italien
Kroatien
Lettland
Litauen
Polen
Rumänien
Russland
Slowakei
Slowenien
Tschechien
Ukraine
Ungarn
Amerika
Afrika
Asien
Richtig Reisen
Länderinformation Polen





INDEX

Steckbrief

Reiseziel Polen

Landeskunde Polen

(Glossar)

 


STECKBRIEF

Fläche

312.685 km²

Einwohner

38,5 Millionen (Juli 2009)

Hauptstadt

Warschau (1,7 Millionen Einwohner 2008)

Amtssprache

Polnisch

BIP (kaufkraftbereinigt) pro Kopf

17.300$ (2009)

Bevölkerungswachstum

-0,05 Prozent (2009)

Lebenserwartung

75,6 Jahre (Männer: 71,7 Jahre, Frauen: 79,9 Jahre) (2009)

Säuglingssterblichkeit

6,8 pro 1000 Lebendgeburten (2009)

Analphabetenrate

0,2% (Männer: 0,2%, Frauen: 0,3%) (2003)

 


REISEZIEL POLEN

Tourismus

Polen wird vor allem von deutschen Touristen besucht. Die zweitgrößte Gruppe bilden die Bürger früherer Ostblockstaaten. Die Palette der touristischen Attraktionen umfasst Wandern in den Bergregionen, Wintersport im Süden Polens und Wassertouristik in den masurischen Seen-Gebieten. Hinzu kommt eine 528 Kilometer lange Ostseeküste im Norden des Landes. Auch polnische Städte wie Warschau, Breslau, Danzig und vor allem Krakau sind ein beliebtes Reiseziel. Darüber hinaus nutzen vor allem deutsche Touristen die preiswerten Einkaufsmöglichkeiten im Nachbarland. Laut UNWTO wurden im Jahr 2005 rund 5,1 Milliarden Euro bei rund 15,2 Millionen Gästen im Tourismus umgesetzt.


 

Kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus

Die Anzahl polnischer Kinder in der Prostitution steigt jedes Jahr weiter an. Während Prostitution vor 20 Jahren unter dem damaligen kommunistischen Regime und dem Einfluss der katholischen Kirche generell noch undenkbar erschien, zeigt sich heute ein grundlegend anderes Bild.

Während 1995 rund 150 zwölf-vierzehnjährige Mädchen als Prostituierte arbeiteten, wurden 2004 allein am Warschauer Hauptanlaufpunkt für pädo-sexuelle Straftäter 1.000 Jungen und Mädchen zur Prostitution gezwungen. Es sind zahlreiche Fälle bekannt, in denen vorwiegend aus Deutschland, aber auch Italien, Schweden und außereuropäischen Ländern stammende Touristen gezielt nach Polen fahren, um sexuelle Straftaten zu begehen.

Nach Angaben der Warschauer Polizei bieten kriminell organisierte Begleitdienste Minderjährige  zur sexuellen Ausbeutung an. Das Problem beschränkt sich jedoch nicht ausschließlich auf die großen Städte, auch an der deutsch-polnischen Grenze werden vielfach Mädchen und Jungen unter 18 Jahren  in die Prostitution gezwungen.

Zudem floriert der Frauenhandel zwischen dem polnischen Kernland und der deutsch-polnischen Grenzregion. Frauen und Kinder werden nach Deutschland und in andere europäische Staaten weitertransportiert, um an den Zielorten sexuell ausgebeutet zu werden. Dabei dient Polen auch immer mehr als Transitland für Schleuser aus der Ukraine und Russland.


 

Recht

Polen hat am 7. Juni 1991 die UN-Konvention über die Rechte der Kinder ratifiziert und sich verpflichtet, Kinder vor allen Formen sexueller Ausbeutung zu schützen. Die Anwerbung und Vermittlung von Prostituierten, sowie der Missbrauch von Frauen oder Kindern werden mit Gefängnis bis zu zehn Jahren bestraft.


 

HIV/ Aids

Nach Schätzungen von UNAIDS und der World Health Organization waren im Jahr 2007 etwa 20.000 Menschen in Polen mit dem HIV infiziert, darunter 5.500 Frauen. Wieviele Kinder mit HIV infiziert sind, konnte nicht geschätzt werden. Im selben Jahr sind weniger als 200 Polen an den Folgen von HIV gestorben.


 

Kontakte vor Ort

 

Komitet Ochrony Praw Dziecka

(Committee for the Protection of Children's Rights - Poland)

00-521 Warszawa

ul.Hoza 27A lok.5, Poland

Phone: +48 626 94 19

Fax: +48 626 89 57

Email: kopd@kopd.pl

  

Nobody's Children Foundation

(Fundacja Dzieci Niczyje)

ul. Walecznych 59

03-926 Warszawa

Phone: +48 22 616-02-68

Fax. +48 22 6160314

Email: fdn@fdn.pl

Website: http://www.fdn.pl


LANDESKUNDE POLEN

Geschichte

Der Vorgängerstaat Polens bildete sich im 10. Jahrhundert durch den Zusammenschluss mehrerer slawischer Völker. Im Hochmittelalter folgen Auseinandersetzungen mit dem Deutschen Ritterorden, die im 15. Jahrhundert für Polen entschieden werden. In der Folge stieg Polen im 16. Jahrhundert zu einer der führenden Kontinentalmächte Europas auf, deren Besitzungen bis ans Schwarze Meer reichten. Unruhen und Kriege schwächten es jedoch bald wieder und endeten in der völligen Auflösung des Staates durch die polnischen Teilungen 1772 bis 1792. Polnische Gebiete gingen an Preußen, Österreich und Russland.

Nach dem Ersten Weltkrieg schließlich erlangte Polen die Souveränität zurück, wurde aber schon bald darauf von seinen Nachbarn Deutschland und der Sowjetunion zu Beginn des Zweiten Weltkriegs überfallen. Nach dem Ende des Krieges wurden die Grenzen des ehemaligen polnischen Staatsgebiets nach Westen verschoben, wodurch Polen ein Drittel seiner Fläche einbüßte, jedoch einen Großteil der ehemaligen deutschen Ostgebiete zugesprochen bekam. Nach der deutschen Besatzung folgte die sowjetische Fremdbestimmung wegen derer Polen nur eine eingeschränkte Souveränität behielt. Seit 1980 jedoch führte insbesondere die Gewerkschaft Solidarność zu Umbrüchen im Land, die zur Auflösung des Ostblocks 1989 wesentlich mit beitrugen.

Bereits zehn Jahre nach dem Ende des Warschauer Paktes wird Polen Mitglied der NATO. 2004 tritt das Land der EU bei.


 

Staat und Gesellschaft

Polen ist eine Demokratie mit einem Zweikammerparlament. Beide Kammern, Sejm und Senat, werden für jeweils vierjährige Legislaturperioden gewählt. Der Sejm zählt 460 Abgeordnete, der Senat 100 Senatoren. Staatsoberhaupt ist der Staatspräsident, der in allgemeinen Wahlen für eine Amtszeit von 5 Jahren gewählt wird. Oberstes Staatsorgan der Exekutive ist der Ministerrat (Regierung), an dessen Spitze der Ministerratsvorsitzende (Premierminister) steht.

 

Polen ist ethnisch gesehen ein verhältnismäßig homogenes Land. Nationale Minderheiten machen etwa 3% der Gesamtbevölkerung aus. 95 Prozent der polnischen Bevölkerung bekennen sich zum Katholizismus. Wie auch in anderen Staaten des ehemaligen Ostblocks trafen die Umstrukturierungen, die mit dem Übergang zur Marktwirtschaft notwendig wurden, die Frauen besonders hart. Dies wird durch die gestiegene Arbeitslosenquote unter Frauen deutlich. Auch eine Zunahme der Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen wird beobachtet. Unter Gewalt in der Familie und fehlender häuslicher Fürsorge leiden auch die Kinder. Besonderen Ausdruck findet dieses Entwicklung in der großen Anzahl von Straßenkindern: ca. 13% aller Kinder in Polen arbeiten auf der Straße, viele von ihnen leben auch dort.


 

Wirtschaft

Das Land verfügt über Kohle, Schwefel, Kupfer und andere Rohstoffvorkommen. Polens größter Wirtschaftssektor ist der Dienstleistungsbereich mit 55%, gefolgt von der Industrie mit nur noch 24%. Landwirtschaft trägt mittlerweile lediglich mit 3% zur Bruttowertschöpfung bei. Polen hat den Übergang zur Marktwirtschaft relativ erfolgreich vollzogen und weist Jahr für Jahr ein enormes wirtschaftliches Wachstum auf. Dies hat sich zwar seit dem Ende der 90er Jahre deutlich abgeschwächt, nimmt seit 2003 aber wieder signifikant zu. Durch Dezentralisierung und Privatisierung ist ein lebendiger Sektor kleiner und mittlerer Unternehmen entstanden.


  Downloads
  Sitemap
  Kontakt
  Impressum
  Print