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Länderinformation Lettland





INDEX

Steckbrief

Reiseziel Lettland

Landeskunde Lettland

(Glossar)

 


STECKBRIEF

Fläche

64.598 Quadratkilometer

Einwohner

2,23 Millionen (Juli 2009)

Hauptstadt

Riga, 719.613 Einwohner (2008)

Amtssprache

Lettisch (weitere Sprachen: Russisch 37,5 % und Litauisch)

BIP (kaufkraftbereinigt) je Einwohner

17.800$ (2008)

Bevölkerungswachstum

-0,61% (2009)

Lebenserwartung

72,2 Jahre (Männer: 67 Jahre, Frauen: 77,6 Jahre) (2009)

Säuglingssterblichkeit

8,8 pro 1000 Lebendgeburten (2009)

Analphabetenrate

0 % (2007)

 

 


REISEZIEL LETTLAND

Tourismus

Im Vergleich zu Litauen und Estland ist der lettische Tourismussektor zwar weniger gut entwickelt, bietet aber dennoch lohnenswerte Reiseziele. Riga ist berühmt für seine Jugendstilarchitektur in der Neustadt und seine hanseatisch geprägte Altstadt. Zudem strahlt die Hauptstadt ein weltoffenes Ambiente aus und ist mit 800.000 Einwohnern die größte Stadt im Baltikum. An der Küste gibt es Badeorte, im Landesinnern noch zahlreiche Siedlungen mit mittelalterlichem Kern.

Laut UNWTO wurden im Jahr 2005 rund 740 Millionen Euro bei rund 1,1 Millionen Gästen im Tourismus umgesetzt.


 

Kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus

Lettland gilt als ein Ursprungsland für Menschen, die ins Ausland geschafft werden, um dort sexuell ausgebeutet zu werden. Der Menschenhandel wird fest von polnischen, ukrainischen und israelischen Organisationen kontrolliert, die mit ansässigen Banden kooperieren.

Lettland macht zwar vorwiegend Schlagzeilen wegen Frauen und Kindern, die im Ausland zur Prostitution gezwungen werden, jedoch existiert auch ein Prostitutionstourismus in das Land selbst.. Inoffizielle Angaben vermuten 10.000 Kinder in der sexuellen Ausbeutung durch Erwachsene.


 

HIV/ Aids

Nach Schätzungen von UNAIDS und der World Health Organization waren im Jahr 2007 etwa 10.000 Menschen in Lettland mit HIV infiziert, darunter 2.700 Frauen. Wieviele Kinder mit HIV infiziert waren, konnte nicht geschätzt werden. Im selben Jahr sind weniger als 500 Letten an den Folgen von HIV gestorben.


 

Kontakte vor Ort

 

Center Against Abuse „Dardedze“

Cieceres iela 3a

Riga, LV-1002

Phone: +371 7600685

Fax: +371 7612614

Website: http://www.centrsdardedze.lv

 

 


LANDESKUNDE LETTLAND

Geschichte

Wie große Teile des Baltikums, gehörte auch Lettland Ende des 12. Jahrhunderts zu den letzten verbliebenen heidnischen Regionen Europas. Die Christianisierung erfolgte zwangsweise durch den eigens hierfür gegründeten Schwertbruderorden. In der Folge der Eroberung und Christianisierung übernahm eine deutsche Oberschicht die Regierung der bestehenden Fürstentümer. Dieses Gebiet wurde als Livland bezeichnet und erstreckte sich bald über das heutige Estland und Lettland. Zudem gewann die Hanse Einfluss, da sich ihr viele livländischen Städte anschlossen.

Nach dem livländisch-litauischen Krieg 1561 geriet das Gebiet unter schwedische, dänische und polnische Hoheit. 1629 eroberte Schweden ganz Livland, nur Kurland blieb unter polnischer Hoheit. Am Ende des Nordischen Kriegs 1721 kommt dieses Gebiet unter russische Herrschaft, die bis zum Ersten Weltkrieg andauern wird.

Während des Ersten Weltkriegs kam es zur Besetzung Lettlands durch deutsche Truppen, ab 1918 kämpfen Letten und deutsche Landwehr gemeinsam gegen die Rote Armee. Später richtete sich der Freiheitskampf gegen die Deutschen, die 1919 geschlagen werden. Die Unabhängigkeit Lettlands wurde durch den Einmarsch der Roten Armee 1940 beendet und das Gebiet von der Sowjetunion annektiert. Ab 1941 wurde Lettland erneut von den Deutschen besetzt, um im Herbst 1944 beinahe vollständig von der Roten Armee zurückerobert zu werden. Zahlreiche Letten wurden während der deutschen und russischen Besatzung im Zweiten Weltkrieg und den Folgejahren deportiert und ermordet. Dies führte zur vollständigen Vernichtung der Juden in Lettland, aber auch zur Deportation von weit über 100.000 Letten nach Sibirien und der gezielten Ermordung von ebenso vielen Bürgern der Ober- und Mittelschicht.

Zu Sowjetzeiten versuchte die Sowjetunion durch gezielte Umsiedelungen das Land zu „russifizieren“ und die Letten zur Minderheit im eigenen Land zu machen.

Mit dem Zerfall des Ostblocks erhielt auch Lettland 1991 seine Unabhängigkeit. Im Jahre 2004 wurde das Land in die NATO und die Europäische Union aufgenommen.


 

Staat und Gesellschaft

Die Republik Lettland besitzt ein Einkammerparlament nach westlichem Vorbild und ist zentralistisch orientiert. Geprägt ist die Innenpolitik von einer wechselhaften Parteienlandschaft, die zahlreiche mögliche Koalitionen denkbar macht.

Aus den Wahlen 2002 zog die rechtsliberale „Neue Zeit“ mit einem Viertel der Sitze als stärkste Partei ins Parlament. Nach dem Scheitern der ursprünglichen Koalition, besteht seit 2004 eine Minderheitsregierung aus der Volkspartei, Lettlands Erste Partei und die Grüne und Bauernunion.

 

Wegen der „Russifizierung“ in den letzten Dekaden sind nur etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung des Landes Letten (56%). Aus gleichem Grund existiert eine starke russische Minderheit im Land (32%). Weitere Minderheiten bilden Weißrussen (3,9%), Ukrainer (2,9%), Polen (2,2%) und Litauer (1,3%). Insbesondere die große russische Minderheit ist Gegenstand von Konflikten, da sich diese oftmals nicht dem lettischen Einbürgerungsverfahren stellen wollen, das unter anderem einen lettischen Sprachtest vorsieht. Als Nicht-Letten werden ihnen sowohl Wahlrecht wie auch Beamtenlaufbahnen verwehrt.

 

In der Lettischen Kultur hat das Liedgut einen hohen Stellenwert. So wird die Revolution in der Lettland seine Unabhängigkeit von der Sowjetunion behauptet auch „Singende Revolution“ genannt. Zudem gelten die Letten als sehr naturverbunden, was sich in einer lang existierenden Umweltschutztradition ausdrückt. Zudem hat es die höchsten Gesamtinvestitionen für Umwelt von allen EU-Neumitgliedern.

 

Trotz der guten gesamtwirtschaftlichen Situation, bleibt die Arbeitslosigkeit ein Problem. Insbesondere der hohen Jugendarbeitslosigkeit soll mit einer umfassenden Bildungsreform begegnet werden.


 

Wirtschaft

Lettland besitzt einen ausgeprägten Dienstleistungssektor, der 70% zum BIP beiträgt. Weitere 20% stammen aus dem industriellen Sektor. Die wirtschaftlichen Kennzahlen sind sehr positiv: 7,6% Wirtschaftswachstum, 3,9% Inflation und ein Budgetdefizit von 2,5%. Besondere Bedeutung hat der Maschinenbau, die Möbelherstellung, die Textilindustrie aber auch die Hochseefischerei.


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