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Länderinformation Estland





INDEX

Steckbrief

Reiseziel Estland

Landeskunde Estland

(Glossar)

 


STECKBRIEF

Fläche

45.226 Quadratkilometer

Einwohner

1.3 Millionen (Juli 2009)

Hauptstadt

Tallin (403.505 Einwohner 2006)

Amtssprache

Estnisch

(weitere Sprachen: Russisch 29,7%)

BIP (kaufkraftbereinigt) je Einwohner

21.200 $ (2008)

Bevölkerungswachstum

-0,63% (2009)

Lebenserwartung

72,8 Jahre (Männer: 67,4 Jahre, Frauen: 78,5 Jahre) (2009)

Säuglingssterblichkeit

7,3 pro 1000 Lebendgeburten (2009)

Analphabetenrate

0,2% (2003)

 


REISEZIEL ESTLAND

Tourismus

Estland ist der kleinste der drei Baltenstaaten und nur ein wenig größer als Dänemark, etwa ein Drittel des Landes ist von Wald bedeckt. Estland besitzt 1.400 Seen. Der größte der Seen, der Peipussee, ist mit 3.555 Quadratkilometern der fünftgrößte See Europas. Die estnische Küste zählt 3.780 Kilometer und ist die bei weitem längste der Baltenstaaten und im Gegensatz zu den Küsten Lettlands und Litauens stark zerklüftet. Viele Inseln, Halbinseln, Buchten sowie schier endlose Sandstrände zeichnen ein abwechslungsreiches Landschaftsbild, an dem vieles an Finnland erinnert. Die Hauptstadt Tallinn hat eines der besterhaltenen mittelalterlichen Stadtensembles Europas und lädt zu einem sommerlichen Besuch seiner Gassen, Wehrtürme und alten Häuser ein. Laut UNWTO wurden im Jahr 2005 rund 764 Millionen Euro bei rund 1,9 Millionen Gästen im Tourismus umgesetzt.


 

Kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus

Ein Viertel der Prostituierten in Estland ist minderjährig, oftmals durch die Not des Straßenlebens hierzu getrieben. Unter den Straßenkindern sind überproportional viele Kinder russischer Herkunft – insbesondere in der Hauptstadt Tallin. Die Mehrheit der Straßenkinder ist aus materieller Not bereits Opfer sexueller Ausbeutung geworden. Jeder zweite Täter kommt dabei aus dem Ausland, vorwiegend aus Russland, Schweden und vor allem Finnland. Ein Großteil der Straftaten wird in den Hotels der Hauptstadt begangen.

Ebenfalls werden Kinder und Frauen mit dem Ziel der sexuellen Ausbeutung in benachbarte, meist nordeuropäische Länder verschleppt. Polizei, Nichtregierungsorganisationen und Stadtbehörden kooperieren verstärkt, um diesem Problem zu begegnen.


 

Recht

In Estland wird sexueller Missbrauch von Kindern mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft. Estland trat dem UN-Kinderrechtsabkommen im November 1991 bei und ratifizierte das Zusatzprotokoll betreffend den Verkauf von Kindern, Kinderprostitution und Kinderpornographie im September 2003.


 

HIV/ Aids

Nach Schätzungen von UNAIDS und der World Health Organization waren im Jahr 2005 etwa 9.900 Menschen in Estland mit HIV infiziert, darunter 2.400 Frauen. Wieviele Kinder mit HIV infiziert sind und wieviele Menschen an den Folgen von HIV starben, konnte nicht geschätzt werden. Fest steht, dass 0,8 % der Gesamtbevölkerung (1,3 % der 15-49jährigen) mit HIV infiziert sind. Das ist eine der höchsten Raten in Europa und die höchste in der Europäischen Union.


 

Kontakte vor Ort

 

Tartu Child Support Center

Kaunase pst. 11-2

50704 Tartu, Estonia

Phone: +372 7 484 666

Fax: +372 7 484 767

Email: ch.abuse@online.ee

Website: http://www.tugikeskus.org.ee/english.html

 


LANDESKUNDE ESTLAND

Geschichte

König Waldemar II. von Dänemark fällt Anfang des 13. Jahrhundert in das Gebiet des heutigen Estlands ein und beginnt die Bevölkerung zu missionieren. Nur wenig später werden die ersten Gebiete durch den Schwertbrüder-Orden unterworfen, der bald danach im Deutschen Orden aufgeht. 1346 verkauft Dänemark Estland an den Deutschen Orden, woraufhin der Livländische Staatenbund entsteht. Das Gebiet wird Teil des Römischen Reichs Deutscher Nation und von den deutschen Landesherren geprägt.

1558 wird die Herrschaft des Deutschen Ordens im Livländischen Staatenbund beendet. Zar Ivan IV. dringt in das Gebiet ein und schlägt den Ritterorden vernichtend. Zum Schutz vor den Russen unterwerfen sich die mittlerweile protestantischen Ritter den Schweden, die in den Folgejahren die Russen vertreiben und das gesamte heutige estnische Staatsgebiet unter ihre Herrschaft bringen.

Während des Nordischen Krieges erobert Peter der Große 1710 Estland und unterwirft das Gebiet Russland, woran sich bis zum Ersten Weltkrieg nichts mehr ändern sollte.

Im Zuge der Oktoberrevolution erklären sich die Esten 1918 für unabhängig. Es folgt ein zweijähriger Befreiungskrieg gegen bolschewistische russische Truppen. 1920 erkennt Russland die Souveränität an.

Den Vereinbarungen des Hitler-Stalin-Paktes folgend, marschieren 1939 sowjetische Truppen nach Estland ein und annektieren das Land. Nach Ausbruch der Kämpfe zwischen Deutschland und der Sowjetunion, wird es von 1941-1944 durch die Deutschen besetzt. Im Anschluss folgt eine neuerliche sowjetische Besatzung und Estland wird wieder an die Sowjetunion angegliedert. Durch Kriegshandlungen, Deportationswellen und Genozid verliert das Land 25% seiner Bevölkerung während des Zweiten Weltkriegs.

In der Folge der Annexion durch die Sowjetunion, führte Moskau eine umfassende Ansiedlung von Russen in Estland durch, wodurch die Esten in Teilen ihres eigenen Landes zur Minderheit wurden.

1990 erklärt Estland seine Unabhängigkeit von der UdSSR, die ein Jahr später gemeinsam mit Litauen und Lettland zur Durchsetzung kommt.

Anfangs noch instabil, erlebt Estland bald einen großen wirtschaftlichen Aufschwung und die politische Konsolidierung, was ihm auch den Namen „Baltischer Tiger“ einbrachte. Besonders auffällig ist dabei, dass Estland ein Grundrecht für einen kostenlosen Internetzugang für alle Bürger einführte. Im Jahr 2004 folgte der Beitritt zur Europäischen Union und zur NATO.


 

Staat und Gesellschaft

Die Verfassung von 1992 schreibt das Einkammerparlament fest. Ebenso sind hierin Gewaltenteilung und Grundrechte festgelegt. Die Wahl des Ministerpräsidenten erfolgt auf vier Jahre, die des Präsidenten auf fünf.

 

Als Folge der „Russifizierung“ während der Sowjetherrschaft ist beinahe ein Drittel der Bevölkerung russisch. Weitere Minderheiten bilden Ukrainer, Weißrussen und Finnen. Im Zuge der Unabhängigkeit wurden alle Nicht-Esten ebenfalls zu Nicht-Staatsangehörigen. Sie erhielten zwar unbegrenzte Aufenthaltsgenehmigungen, doch nur eingeschränkte politische Mitwirkungsrechte. Das Verfahren zur Erlangung der estnischen Staatsbürgerschaft stellt sich jedoch im Vergleich zu westeuropäischen Staaten einfach dar.

Traditionell sind die Esten evangelisch-lutherisch geprägt, jedoch bekennen sich heute nur noch 15% zu diesem Protestantismus. Nächst größere Glaubensrichtung sind die Anhänger russisch-orthodoxen Glaubens mit 14%.

 

Zwar rechnet man Estland oft zu Osteuropa da es an Russland grenzt, es hat aber kulturell mit dem slawischen Raum nichts zu tun. Sich selbst rechnen die Esten eher den Nordländern zu, eine besondere Bindung besteht zu den Finnen. Dies liegt sowohl an der geographischen Nähe und an der historischen Verbindung, aber auch weil das Estnische weniger mit den baltischen als mit der finnischen Sprache gemein hat.


 

Wirtschaft

Estland hatte mit seiner liberalen Marktöffnung wirtschaftlichen Erfolg. Zusätzlich beflügelt wird diese Entwicklung durch die Bereitstellung moderner Kommunikationstechniken und modernen staatlichen Strukturen.

Holz-, Metall- und Textilrohstoffe und Halbfabrikate tragen ein Drittel zum BIP bei. Weitere wichtige Wirtschaftsfaktoren sind der Transithandel (Öl aus Russland) und der Dienstleistungssektor. Landwirtschaft hat keine Bedeutung mehr. Die estnische Krone ist fest an den Euro gekoppelt, ein Beitritt zur Währungsunion wahrscheinlich.


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