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Länderinformation Bulgarien





INDEX

Steckbrief

Reiseziel Bulgarien

Landeskunde Bulgarien

(Glossar)

 


STECKBRIEF

Fläche

110.910 Quadratkilometer

Einwohner

7,2 Millionen (2009)

Hauptstadt

Sofia (1,36 Millionen Einwohner 2008)

Amtssprache

Bulgarisch (weitere Sprachen: Türkisch 9,6% und Roma 4,1%)

BIP (kaufkraftbereinigt) je Einwohner

12 900 $ (2008)

Bevölkerungswachstum

-0,79% (2009)

Lebenserwartung

73,1 Jahre (Männer: 69,5 Jahre, Frauen: 76,9 Jahre) (2009)

Säuglingssterblichkeit

17,9 pro 1000 Lebendgeburten (2009)

Analphabetenrate

1,5% (Frauen 2 %, Männer 1 %) (2007)

 


REISEZIEL BULGARIEN

Tourismus

Kilometerlange feine Sandstrände, waldreiche Gebirgszüge, weite Mais- und Weizenfelder prägen das Land an der Schwarzmeerküste. Thraker, Griechen, Makedonen, Römer und Byzantiner haben ebenso wie die osmanischen Herrscher in vielen Orten bewundernswerte Bauten hinterlassen. Landschaftliche Schönheit und architektonische Vielfalt prägen das Land. Laut UNWTO wurden im Jahr 2005 rund 2 Milliarden Euro bei rund 4,8 Millionen Gästen im Tourismus umgesetzt.


 

Kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus

Bulgarien ist ein Transitland für Menschenhändler aus der Ukraine, Rumänien, Russland und Usbekistan. Aber auch bulgarische Opfer, vorwiegend Frauen und Mädchen aus der Bevölkerungsgruppe der Roma, werden mit dem Ziel der sexuellen Ausbeutung in andere europäische Staaten transportiert.

Bulgarien ist ebenfalls ein Zielland für Täter mit der Absicht Straftaten mit sexuellem Hintergrund an Minderjährigen zu begehen. Nach Angaben von Nichtregierungsorganisationen sind die Opfer in der Mehrzahl Mädchen, die oftmals wegen der schwierigen Lebensbedingungen ihrer Familien zum Sex mit Fremden gezwungen werden.


 

Recht

Bulgarien ratifizierte 1991 die UN-Kinderrechtskonvention und trat im Februar 2002 dem Zusatzprotokollen über Kinderhandel, Kinderprostitution und Kinderpornografie zur UN-Kinderrechtskonvention bei. Kindesmissbrauch, also jede sexuelle Handlung mit Minderjährigen, kommt in den Herkunftsländern der Täter zur Anklage und wird nach den dortigen Rechtvorschriften geahndet, wenn die Strafverfolgung nicht in Bulgarien durchgeführt wird.


 

HIV/ Aids

Nach Schätzungen von UNAIDS und der World Health Organization waren im Jahr 2005 weniger als 500 Menschen in Bulgarien mit HIV infiziert. Allerdings gibt es nahezu keine abgesicherten Daten über HIV/AIDS in Bulgarien. Auf Grund der sich ausbreitenden Prostitution in dem südosteuropäischen Land ist aber damit zu rechnen, dass die Dunkelziffer weitaus höher liegt und sich HIV weiter ausbreiten wird.


 

Kontakte vor Ort

 

Animus Association / La Strada Bulgaria

Rehabilitation center for women, adolescents and children survivors of violence

85 Ekzarh Yossif St.

1000 Sofia, Bulgaria

Phone: +359 2 9835205

Fax: +359 2 9835305

Email: animus@animusassociation.org

Website: http://www.animusassociation.org

 

Society for Neglected Children

(Drujenie Prenebregnati Detza)

Apt 42 Block 302

Sveta Troitza

1309 Sofia, Bulgaria

Phone: +359 2 218 753

Fax: +359 2 832 025

Email: nika@datacom.bg

 

South East European Child Rights Action Network

(SEECRAN)

Metelkova 6, 1000 Ljubljana, Slovenia

Phone: +386 1 438 5250

Fax: +386 1 432 3383

Email: info@seecran.org

Website: http://www.seecran.org

 

 


LANDESKUNDE BULGARIEN

Geschichte

Im 7. Jahrhundert errichtete das Turkvolk der Bulgaren unter Khan Asparuch das Erste Bulgarische Reich. Das Staatsgebiet wurde von den nachfolgenden Herrschern bedeutend erweitert, so dass es bald fast die gesamte Balkanhalbinsel umfasste. Gleichzeitig wurde das Christentum Mitte des 9. Jahrhundert zur offiziellen Religion erklärt.

Um die Jahrtausendwende mussten sich die Bulgaren nach langwierigen Kämpfen Byzanz unterwerfen, was den Beginn einer langer Fremdherrschaft markierte. Nach erfolgreichen Aufständen kam es zur Errichtung des Zweiten Bulgarischen Reichs am Ende des 12. Jahrhundert.

Zwei Jahrhunderte später eroberte das Osmanische Reich Bulgarien und beherrschte es die folgenden fünf Jahrhunderte.

Bulgarien erreichte nach dem Russisch-Türkischen Krieg 1878 die Unabhängigkeit, die jedoch durch den Berliner Kongress teilweise revidiert wurde. 1908 trat schließlich die formelle Unabhängigkeit in Kraft. Bulgarien verbündete sich mit Serbien, Griechenland und Montenegro zum Balkanbund und begann 1912 einen Krieg gegen das Osmanische Reich zur Befreiung Mazedoniens. Nach Streitigkeiten um die Verteilung des neu gewonnenen Gebiets, folgte der 2. Balkankrieg in dem Bulgarien gegen Serbien und Griechenland kämpfte. Bulgarien unterlag und musste Teile seines Staatsgebietes an Serbien, Griechenland und die Türkei abtreten.

1915 trat Bulgarien auf Seiten der Mittelmächte in den Ersten Weltkrieg ein, musste seine Gebietsgewinne nach der Niederlage der Mittelmächte jedoch wieder zurückgeben.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Bulgarien durch die Sowjetunion besetzt und nach 1945 zur Volksrepublik. Der Demokratisierungsprozess begann 1989. Im März 2004 trat das Land der NATO bei. Am 01. Januar 2007 erfolgte zusammen mit Rumänien der Beitritt zur Europäischen Union.


 

Staat und Gesellschaft

Nach der Verfassung von 1991 ist Bulgarien eine Republik mit Einkammersystem. Der Präsident und das Staatsoberhaupt werden direkt vom Volk gewählt. Aus der Wahl 2001 ist die erst kurz vorher gegründete Nationale Bewegung Simeon II (NDSV) als stärkste Partei hervorgegangen. Ihr sitzt der ehemalige Monarch Simeon II. vor, der lange Zeit im spanischen Exil lebte. Dringlichstes Ziel der Regierung ist die Erhöhung der Lebensstandards über Lohnzuwächse und Steuersenkungen.

Die Bevölkerung Bulgariens setzt sich zur Mehrheit aus ethnischen Bulgaren (85%) zusammen. Bedeutende Minderheiten bilden Türken (10%), Roma (3,4%) und Russen (1,6%). Tiefe Konflikte unter den Ethnien treten nicht zu Tage, jedoch sind die Roma kaum in die restliche Gesellschaft eingebunden.

Der weitaus größte Teil der Bulgaren bekennt sich zur bulgarisch-orthodoxen Kirche (über 85%), weitere 10% sind muslimisch, andere Glaubensgemeinschaften sind nur marginal vertreten.

Trotz anhaltendem wirtschaftlichen Aufschwung, hat diese positive Entwicklung längst nicht alle Bevölkerungsschichten erreicht. Eine große Anzahl von Menschen in Bulgarien verfügt nicht über ein Einkommen zur Sicherung des minimalen Lebensstandards – jeder sechste Bulgare lebt unterhalb der  Armutsgrenze. Das bedeutet auch, dass sich die Situation vieler Menschen seit dem Systemwechsel 1989 Jahren verschlechtert hat – in Hinsicht auf die ökonomischen Bedingungen. Gestiegene Preise für Elektrizität, Wasser und Fernheizung führten im Besonderen für Arbeitslose, Rentner und andere auf Sozialleistungen angewiesene Gruppen zu sinkenden Realeinkommen, die bereits vorher kaum zum Überleben reichten. Die staatlichen Ausgleichsmaßnahmen konnten diese Entwicklung z.T. abfedern, die Abkopplung von rund 1 Mio. Menschen vom Wirtschaftsaufschwung Bulgariens verstärkte sich aber noch am Beginn des 21. Jahrhunderts. Besonders schwierig stellt sich die Situation der Roma dar, die trotz intensiver Bemühungen nicht in der Gesellschaft integriert sind, häufig in Armut leben und zu 80% arbeitslos sind.

Verschiedene Nichtregierungsorganisationen bemängeln die Lebensbedingungen in Heimen, besonders in denen für geistig Behinderte und sehen Anlass zu ernster Besorgnis.


 

Wirtschaft

Innerhalb der letzten acht Jahre hat die bulgarische Wirtschaft eine erstaunliche Kehrtwende vollbracht. Befand sich das Land 1996 noch in einer schweren Wirtschafts- und Bankenkrise als Folge einer hohen Staatsverschuldung, zeigten seitdem zahlreiche Maßnahmen Wirkung. Bulgarien führte umfassende Strukturreformen durch und privatisierte seitdem beinahe sämtliche Staatsbetriebe. Als Resultat konnte die Inflation auf 3,8% (2002) gedrückt werden, das Wirtschaftswachstum liegt bei 5,3% (2004). Zudem erwirtschaftet Bulgarien im selben Haushaltsjahr einen Überschuss und konnte sogar Schulden tilgen. Weniger positiv stellen sich die Zahlen vom Arbeitsmarkt mit einer Erwerbslosenquote von 12,7% (2004) dar.

Von der wirtschaftlich positiven Entwicklung profitiert jedoch noch nicht die gesamte Bevölkerung. Sinkende Realeinkommen verschlechtern insbesondere die Lage von Personengruppen, deren Einnahmen ohnehin an dem Existenzminimum lagen (v.a. Rentner, Arbeitslose und Kranke).


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