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INDEX

Steckbrief

Reiseziel Sambia

Landeskunde Sambia

(Glossar)

 


STECKBRIEF

Fläche

752 614 Quadratkilometer

Einwohner

11,86 Millionen (Juli 2009)

Hauptstadt

Lusaka (ca. 1,3 Mio. Einwohner, 2006)

Amtssprache

Englisch (weitere 7 offiziell anerkannte Stammessprachen: Bemba, Nyanja, Lozi, Tonga, Lunda, Kaonde, Luvale, sowie 72 Dialekte)

BIP je Einwohner (kaufkraftbereinigt)

1.500 US-$ (2008)

Bevölkerungswachstum

1,6 Prozent (2009)

Lebenserwartung

38,6 Jahre (2009)

Säuglingssterblichkeit

101,2 pro 1 000 Lebendgeburten (2009)

Analphabetenrate

19,4% (2003)

 


REISEZIEL SAMBIA

Tourismus

Tourismus spielt eine zunehmend wichtige Rolle für Sambia. Die Regierung versucht zur Zeit, den Tourismussektor zu stärken und als wirtschaftliche Alternative zum Bergbau auszubauen. Vor allem Individualtouristen aus Westeuropa und Südafrika kommen nach Sambia wegen seiner berühmten Victoria-Wasserfälle, der artenreichen Tierwelt, der kulturellen Besonderheiten und um dort Spaß und Entspannung zu erfahren. Laut UNWTO wurden im Jahr 2004 rund 129 Millionen Euro bei rund 515 000 Gästen im Tourismus umgesetzt.


 

Kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus

Während der letzten Jahre wurde in Sambia eine starke Zunahme der Fälle von Prostitution und auch von kommerzieller sexueller Ausbeutung von Kindern verzeichnet. Die Entwicklung steht aber nur marginal im Zusammenhang mit einem ausgebauten Tourismussektor. Empirische Studien der Hilfsorganisation MAPODE (Movement of Community Action for the Prevention and Protection of Young People Against Poverty, Destitution, Diseases and Exploitation) zeigen, dass die Mehrzahl der Prostituierten in Sambia zwischen 14 und 18 Jahre alt ist, dass aber auch noch jüngere Kinder zur Prostitution gezwungen werden. Besonders obdachlose und Waisenkinder, Kinder aus zerrütteten Familien und Opfer von Vergewaltigungen laufen Gefahr, auf die Versprechungen der Bordellbesitzer hereinzufallen. Die Medien berichten auch immer wieder von Fällen des Kinderhandels, besonders in den Grenzstädten zu den Nachbarländern. Neben der kommerziellen sexuellen Ausbeutung haben auch die Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern in ihren eigenen Familien zugenommen.

Zum anderen glauben viele Afrikaner den Verheißungen eines Hexendoktors, wonach Geschlechtsverkehr mit Kindern zu Reichtum führen soll. Dieser Aberglaube steht im engen Zusammenhang mit finanzieller Not, wodurch sich für die Kinder der Teufelskreis aus Armut und Missbrauch potenziert.


 

Recht

Prostitution ist in Sambia per Gesetz verboten, ebenso wie Missbrauch und sexuelle Ausbeutung von Kindern. Der sexuelle Missbrauch von Kindern kann mit lebenslanger Haft bestraft werden. Sambia hat außerdem am 6. Dezember 1991 die UN Konvention über die Rechte des Kindes ratifiziert und sich verpflichtet, Kinder vor allen Formen sexueller Ausbeutung und sexuellen Missbrauchs zu schützen.


 

HIV/ Aids

Im Jahr 2007 waren nach Schätzungen von UNAIDS und der World Health Organization 1,1 Millionen Menschen mit HIV infiziert, darunter 560.000 Frauen und 95.000 Kinder. Im selben Jahr starben 56.000 Sambier an den Folgen von HIV. Lag die durchschnittliche Lebenserwartung der sambischen Bevölkerung bei Geburt Mitte der 1980er Jahre noch bei 54 Jahren, ist sie mittlerweile auf 38,4 Jahre gesunken. Schätzungsweise ist jeder zehnte Sambier (15,2 Prozent im Alter von 15-49 Jahren) mit HIV infiziert. Das südliche Afrika gilt als die Region mit den höchsten Prävalenzraten der Welt.

Sowohl unter Männern als auch Frauen herrscht häufig der Aberglaube, dass sich Kinder weniger leicht mit HIV infizierten und dass der Geschlechtsverkehr mit jungfräulichen Kindern reinigende und heilende Wirkungen habe.


 

Kontakte vor Ort

Die meisten Polizeistationen in Sambia haben spezielle Einheiten eingerichtet, wo misshandelte Frauen und Kinder von geschultem Personal betreut werden.

MAPODE

P.O. Box 33324, Lusaka.

Phone/Fax No: +260-1-290773;

Children’s Helpline: 095-812437; Women’s Helpline: 907-899334

E-mail address: kiremire@zamnet.zm; merabkambamu@yahoo.co.uk;

samkamanzi@yahoo.com;

 

 

Advocacy on Human Development

PO Box 40066, Mufulira, Zambia

Phone: +260 97880046

Fax: +260 2410211

Email: aohd2000@yahoo.com

 

Child Abuse Prevention Education

PO Box 660249

Monze, Zambia

Phone: +260 32 50141

Fax: +260 32 50141

Email: capesecretariat@yahoo.com

 

Children in Need

14th Floor of Indeco House - South end of Cairo Road.

Lusaka

Phone: +260 97 809011

Fax: +260 1 231 298

Email: chin@zamnet.zm

 

 

 


LANDESKUNDE SAMBIA

Staat und Gesellschaft

Sambia ist eine Präsidialrepublik mit Mehrparteiensystem. Der Staat gilt als eines der politisch stabileren Länder Afrikas und ist Mitglied im Commonwealth. Nach der Unabhängigkeit 1964 wurde Sambia 27 Jahre von Kenneth Kaunda regiert. Heutiger Staatspräsident und Regierungschef ist Levy Mwanawasa, Vorsitzender der Partei Movement for Multiparty Democracy (MMD). Die Legislative liegt bei der Nationalversammlung. Daneben besteht als beratendes Gremium das House of Chiefs. Chiefs sind die traditionellen Führer der 73 Volksgruppen des Landes. Sambia ist in neun Provinzen geteilt.

 

Die Bevölkerung gliedert sich in 73 ethnische Gruppen, die meisten davon sind Bantustämme. Zu den wichtigsten zählen Bemba, Nyanja und Tonga. Rund zwei Drittel der Bevölkerung bekennen sich zum Christentum, etwas weniger als ein Viertel sind Animisten. Daneben gibt es eine islamische und hinduistische Minderheit.

Jede der 73 ethnischen Gruppen ist einem Chief unterstellt, der innerhalb der Gruppe hohe Autorität genießt und für Recht und Ordnung sorgen soll.

 

Die meisten Volksgruppen in Sambia sind matrilinear strukturiert. Bei einer Heirat zieht der Mann in das Dorf der Frau. Stirbt ein Mann, so erhalten nicht seine Witwe oder seine Kinder das Erbe, sondern die Söhne seiner Schwester. Ein Mann hat außerdem mehr Verantwortung den Kindern seiner Schwester gegenüber, als seinen eigenen. Dank der matrilinearen Struktur haben die Frauen ein größeres Mitspracherecht bei politischen Entscheidungen. Sie haben die Verantwortung für die Kinder und sind daher im Verhältnis zum Mann gestärkt. Außerhalb des traditionellen Lebens auf dem Land spielen die Männer jedoch häufig eine weitaus wichtigere Rolle. Da sie meistens nicht für den Lebensunterhalt ihrer Frauen aufkommen, geraten diese in finanzielle Abhängigkeit.

Die sambische Regierung hat sich verpflichtet, Programme einzuführen, die die Kreditvergabe an Frauen erleichtern sollen. Teil der National Gender Policy ist auch, sich für die gleichberechtigte Einschulung von Mädchen und Jungen einzusetzen und sich besonders um die Mädchen zu kümmern, die vorzeitig die Schule abbrechen. In Sambia besteht eine allgemeine Schulpflicht. Trotzdem bleiben immer häufiger besonders arme Kinder dem Unterricht fern, denn durch das Strukturanpassungsprogramm der Weltbank wurde unter anderem die Schulgebühr wieder eingeführt.

Die sambische Gesellschaft verehrt Kinder und betrachtet sie als ein Geschenk Gottes. Auch rechtlich gesehen genießen Kinder einen hohen Stellenwert – es bestehen diverse Gesetze zu ihrem Schutz. Im April 2000 hat das Land ein Nationales Programm zur Abschaffung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit’ gestartet.


 

Wirtschaft

Sambia ist reich an Bodenschätzen und lebt vor allem vom Kupferabbau und anderem Bergbau. Etwa 43 Prozent der Bevölkerung leben in Städten, weshalb der Dienstleistungssektor mit 38 Prozent schon fast so wichtig geworden ist wie die Industrie mit 45,5 Prozent. Dennoch leben nach Angaben der Weltbank fast drei Viertel der Bevölkerung unterhalb der absoluten Armutsgrenze. Sambia ist eines der am höchsten verschuldeten Länder der Erde und hat sich verpflichtet, ein Strukturanpassungsprogramm der Weltbank zur Schuldenreduzierung umzusetzen.


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